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„Ich habe abgetrieben. Ich bin gegen den Paragraphen 218 und für Wunschkinder“

veröffentlicht 15. Dezember 2021
Das proklamierten 374 Frauen vor 50 Jahren im Stern. Die Abtreibungsfrage mobilisierte in der Folgezeit Frauen in der gesamten Bundesrepublik. Diese Phase der Frauenbewegung beleuchtet der FrauenMediaTurm in seinem aktuellen DDF-Projekt.
Schlagworte
  • Feminismus
  • Frauenbewegung
  • Abtreibungsdebatte

Die Forderungen waren klar und deutlich: keine Reform, sondern die ersatzlose Streichung des § 218, umfassende sexuelle Aufklärung für alle, freier Zugang zu Verhütungsmitteln und von der Krankenkasse finanzierte Abtreibungen. Das alles abgedruckt in einem der größten politischen Wochenmagazine der Bundesrepublik, das mit der Story titelte.

Die an eine Kampagne des Mouvement de libération des femmes (MLF) in Frankreich angelehnte Selbstbezichtigungskampagne der 374 Frauen war von der Journalistin und Aktivistin Alice Schwarzer  initiiert worden, damals als Korrespondentin in Frankreich und aktiv im MLF. Sie konnte den Stern für die Veröffentlichung gewinnen, die Unterstützung einiger Frauengruppen und vieler einzelner Frauen, die die Selbstbezichtigung unterschrieben und die Forderungen weiterverbreiteten.1FMT, FB.07.238, Frauenaktion 70, Appell, Bl.3, Mai 1971, abgedruckt in: Stern Nr. 24 (6.6.1971), S. 17. Schnell gründeten sich unter dem Namen „Aktion 218“ neue Frauengruppen; bereits im Juli 1971 fand das erste bundesweite Delegiertentreffen statt. 

Eine dieser Frauen war Gisela Schneider. Sie war damals Sekretärin beim WDR und es war ihr Chef Günter Wallraff, der ihr von der geplanten Aktion berichtete. Sie setzte nicht nur ihre Unterschrift unter die Erklärung, sondern stellte sich mit Tapeziertisch, Unterschriftenliste und einer Freundin in die Kölner Fußgängerzone. Es zeigte sich: Das Thema beschäftigte auch viele andere Menschen – die beiden jungen Frauen wurden von Diskussions- und Unterschriftswilligen fast überrannt. Es blieb nicht beim Kampf gegen den § 218: Viele Aktivistinnen der Aktion 218 wurden wichtige Akteurinnen der Neuen Frauenbewegung und sind ihr Leben lang aktive Feministinnen geblieben. Um sie und ihre Arbeit dreht sich im FrauenMediaTurm (FMT) dieses Jubiläumsjahr.

Abgebildet sind: Pionierinnen der Neuen Frauenbewegung im FMT. V.l.n.r.: Barbelies Wiegmann, Christiane Erlemann, Molli Hiesinger, Alice Schwarzer, Sabine Zurmühl, Gisela Schneider.
Bettina Flitner / FMT
Lizenz
Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Pionierinnen der Neuen Frauenbewegung im FMT. V.l.n.r.: Barbelies Wiegmann, Christiane Erlemann, Molli Hiesinger, Alice Schwarzer, Sabine Zurmühl, Gisela Schneider.

Im Rahmen des diesjährigen DDF-Projektes hat der FMT Bild- und Tondokumente aus der Anfangszeit der Bewegung erschlossen und digitalisiert. Weil aufgrund von COVID-19 eine bereits geplante Ausstellung in den Räumlichkeiten des FMT nicht durchgeführt werden konnte, hat das Team diese Materialien zusammen mit thematisch passenden Pionierinnen-Interviews, Akteurinnen-Porträts, Interview-Transkripten, Fotos und der Film-Dokumentation „13 Pionierinnen“ in einem neu gestalteten Webauftritt online zugänglich gemacht. 

Das Jubiläum konnte im September trotz Covid-19 in Präsenz begangen werden: Draußen und mit kleinem Publikum hat der FMT auf einer zweitägigen Veranstaltung gefeiert und debattiert – mit Pionierinnen der Neuen Frauenbewegung und ihren Nachfolgerinnen, mit PragmatikerInnen und Intellektuellen, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Feminismus, über Frauenarbeit und Körperpolitik. Die Veranstaltung wurde live gestreamt und aufgezeichnet; Einzelpanel sind auf YouTube und über die FMT-Webseite öffentlich zugänglich. Darüber hinaus digitalisiert der FMT Erstjahrgänge feministischer Zeitschriften aus den 1970er Jahren. 

Der FrauenMediaTurm – Feministisches Archiv und Bibliothek  (FMT) besteht seit 1984, damals noch in Frankfurt unter dem Namen „Das feministische Archiv und Dokumentationszentrum“, ab 1988 in Köln. Die Einrichtung sammelt und forscht zum radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung, zur autonomen Frauenbewegung und zu Pionierinnen verschiedener Epochen. Neben den archivarischen Sammlungen unterhält der FMT eine umfangreiche Spezialbibliothek.

Das aktuelle DDF-Projekt ist am 1. Januar 2021 gestartet und hat eine Laufzeit von 12 Monaten. Der FMT dokumentiert die Jubiläumsveranstaltung zur Aktion „Wir haben abgetrieben“, erschließt Bild- und Tondokumente der Veranstaltung sowie der Frühphase der Neuen Frauenbewegung, macht sie über einen neuen Webauftritt zugänglich und integriert sie in den META-Katalog und das DDF. Darüber hinaus werden Erstjahrgänge feministischer Zeitschriften tiefenerschlossen, digitalisiert und einordnende Essays verfasst. 

Ausgewählte Beiträge vom FMT im DDF:

  • Aktion 218 
  • Die Abtreibungsdebatte in der Neuen Frauenbewegung 
  • Frauenaktion 70 e.V.
  • Selbstvergewisserung und gemeinsames Forum: FRAUENZEITUNG -Frauen gemeinsam sind stark 
Stand: 15. Dezember 2021
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Fußnoten

  1. 1 FMT, FB.07.238, Frauenaktion 70, Appell, Bl.3, Mai 1971, abgedruckt in: Stern Nr. 24 (6.6.1971), S. 17.

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