Ausgewählte Dossierbeiträge zum Thema

Seifenlösung
Dossier

Die Abtreibungspraxis im Deutschen Kaiserreich

Verfasst von
  • Prof. Dr. Anna Bergmann
Im Deutschen Kaiserreich galt der Schwangerschaftsabbruch als „Verbrechen wider das Leben“. Über den Zusammenhang zwischen Abtreibung, Bevölkerungspolitik und Medikalisierung der Geburtenkontrolle reflektiert die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Anna Bergmann.
Cover Das Recht zur Beseitigung keimenden Lebens von Gisela von Streitberg
Dossier

Die erste Streitschrift

Unter dem Pseudonym Gräfin Gisela von Streitberg veröffentlicht Gertrud Gräfin Bülow von Dennewitz 1904 die erste feministische Streitschrift zur Abschaffung des § 218.
Plakat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Käthe Kollwitz (1867-1945)
Dossier

Zeit der Gegensätze

Verfasst von
  • Dr. Ursula Schröter
Der § 218 konnte auch in der Weimarer Republik das ungeborene Leben nicht schützen, gefährdete das schwangerer Frauen jedoch in dramatischer Weise. Dabei stand das Abtreibungsverbot im Widerspruch zur neuen gesellschaftlichen Position der Frauen.
In den 1990er Jahren fordern Frauengruppen die Abschaffung des Paragrafen 218.
Dossier

Schwangerschafts-abbruch in DDR und BRD

Verfasst von
  • Prof. Dr. Ulrike Lembke
Die Regelung des Schwangerschaftsabbruchs war eine der wenigen offenen Fragen im Prozess der deutschen Einheit. Seit den 1970er Jahren hatten sich in DDR und BRD sehr unterschiedliche Rechtsnormen und Lebensrealitäten herausgebildet.
Porträt Inge Lange
Dossier

Die Fristenlösung in der DDR: Inge Lange

Verfasst von
  • Dr. Jessica Bock
Inge Lange war eine der wenigen Frauen im Machtzirkel der DDR. Als Leiterin der Abteilung Frauen des Zentralkomitees der SED war sie für Koordinierung und Umsetzung der Frauenpolitik verantwortlich. 1971 war sie wesentlich an der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in der DDR beteiligt.
Plakat An alle Frauen und Männer !!! Großdemo jetzt reichts
Dossier

150 Jahre sind genug. Plädoyer für einen Abschied vom § 218

Verfasst von
  • Dr. Gisela Notz
Erst fünf Jahre nach der Deutschen Einheit trat im gesamten Bundesgebiet eine einheitliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch in Kraft – und gilt noch immer. Dr. Gisela Notz blickt auf die feministische Pro-Choice-Bewegung, von den 1990er Jahren bis zu aktuellen Ereignissen.

1923

Anita Augspurg beantragte gemeinsam mit Lida Gustava Heymann persönlich beim bayerischen Innenminister die Ausweisung des Österreichers Adolf Hitler wegen Volksverhetzung.
Anita Augspurg

1914

Wegen Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung wird gegen sie Anklage wegen ,Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und gegen Anordnungen der Obrigkeit‘ erhoben. Sie wird zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Rosa Luxemburg

1873

Bereits in ihren ersten feministischen Texten fordert sie das Stimmrecht für Frauen.
Hedwig Dohm

1970er

Inspiriert die feministische Matriarchatsforschung, in dem sie die Darstellung auf prähistorischen Kunstwerken als Symbole des Wiedergeburtsglaubens im Zusammenhang mit der weiblichen Schöpfungskraft und dem Mondzyklus deutete.
Portrait Marie König

1880er

Unter dem Namen Anna O. steht Bertha Pappenheim für eine der wichtigsten Krankengeschichten des Begründers der Psychoanalyse, Sigmund Freud.

1893

In ihrem Aufsatz ‚Die moderne Frau’ erklärt sie die finanzielle Unabhängigkeit der Frau als Vorbedingung für ihre Freiheit und eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Männern und Frauen.

1980er

In Analogie zu ‚Afro-American‘ entwickelte sie im Austausch mit anderen Schwarzen deutschen Frauen die Selbstbenennung ‚Afrodeutsch‘.
May Ayim

1895

Gründung der Zeitschrift ,Die Frauenbewegung‘ als Sprachrohr des radikalen Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung

1848

Forderung an die sächsische Regierung, bei der Organisation der Arbeit die Frauen nicht zu vergessen u. anschließend persönliche Gespräche mit den Ministern
Louise Otto-Peters

1949

Sie ist an der Ausarbeitung eines neuen Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Ihrem Einsatz ist die Aufnahme der Formulierung „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Art. 3 Abs. 2) zu verdanken.
Elisabeth Selbert

1892 - 1896

Herausgeberin der Zeitschrift ‚Die Gleichheit‘
Portrait von Emma Ihrer, den Kopf seitlich nach links geneigt

1908

Wahl in den Parteivorstand der SPD als erste Frau, die in Deutschland in einen Parteivorstand gewählt wurde.
Portraitaufnahme von Luise Zietz

Hält als erste weibliche Referentin den Vortrag „Englands Frauen im öffentlichen Leben“ im Berliner Handwerkerverein.
Portrait Jeanette Schwerin

1896

Organisatorin des Internationalen Kongresses für Frauenwerke und Frauenbestrebungen in Berlin (mit Minna Cauer und anderen)
Lina Morgenstern

1989 - 1990

Vertreterin des Unabhängigen Frauenverbandes der DDR am Zentralen Runden Tisch
Portrait von Ina Merkel mit verschränkten Armen

Marinka Körzendörfer und zehn weitere Mitglieder der Gruppe "Lesben in der Kirche" werden von der Polizei an der Teilnahme an einer Feier anlässlich des 40. Jahrestags der Befreiung in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück gehindert. Sie werden festgehalten und verhört.
Porträtaufnahme von Marinka Körzendörfer während eines Interviews im FFBIZ

1919

Eine der ersten Autor*innen im deutschsprachigen Raum, die Frauenliebe in der Trilogie ‚Der Skorpion‘ positiv thematisiert hat.
Anna Elisabet Weirauch

1951

Mitgründerin der Westdeutschen Frauenfriedensbewegung
Portrait von Ingeborg Küster, die ein aufgeschlagenes Fotoalbum in den Händen hält

1929

Lotte Hahm eröffnet eine Versammlung, die die Gründung einer Transvestitengruppe beschließt
Lotte Hahm, in Liebende Frauen 2(1927)49

1899

Eröffnung des ersten Jahreskurses der Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit, Beginn der systematischen Ausbildung für die soziale Arbeit in Deutschland
Alice Salomon

Akteurinnen der Frauenbewegung

Keine Frauenbewegung ohne fein gesponnene Netzwerke. Die Basis einer frauenbewegten Vernetzung- und Bündnispolitik bildeten oft die bereits vorhandenen informellen Beziehungen, Freundschaften und Kontakte zwischen Frauen. Daher richtet das DDF-Portal ein besonderes Augenmerk auf die persönlichen Verflechtungen der einzelnen Akteurinnen.

Hierzu wurde ein Akteurinnen-Netzwerk entwickelt – ein Instrumentarium, mit dessen Anwendung sich die vielfältigen Verbindungen der Frauen untereinander visualisieren und nachvollziehen lassen.

Die Frauenbewegungen seit 1800 in Deutschland agierten nicht nur auf lokaler Ebene und innerhalb nationaler Grenzen. Sie waren auch von Beginn an internationale Bewegungen. Auch im 19. Jahrhundert waren Frauen trotz aller Hindernisse reiselustig und nahmen an internationalen Frauenkongressen in den USA und Europa teil und organisierten sich in länderübergreifenden Frauenverbänden. Die Entstehung und Entwicklung persönlicher und organisatorischer Verflechtungen werden anhand verschiedener Beispiele und Quellen aus den Beständen der i.d.a.-Einrichtungen auf dem DDF-Portal veranschaulicht.

Zu den Akteurinnen