Die neue Adresse zu Lesben- und Frauengeschichte im Netz: das Digitale Deutsche Frauenarchiv

veröffentlicht 14. September 2018

Hochkarätige Vertreterinnen der Frauenbewegungen und -politik kamen zum Festakt im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen, um am 13. September gemeinsam den Onlinegang des Digitalen Deutschen Frauenarchivs zu begehen. Das DDF ist ein virtueller Ort zur Bewahrung von Frauengeschichte – das digitale Gedächtnis der deutschen Frauenbewegung.

Bundesministerin Dr. Franziska Giffey mit Sabine Balke, Vorstand des i.d.a.-Dachverbandes und DDF-Geschäftsführung, zur Eröffnung des Digitalen Deutschen Frauenarchivs am 13. September 2018 an der Humboldt-Universität zu Berlin

Gerahmt vom Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ eröffnete Bundesministerin Dr. Franziska Giffey das Portal. Caren Marks (MdB), Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Autorin Anne Wizorek, Schauspielerin Jasmin Tabatabai und Fotografin Ruth E. Westerwelle diskutierten zu Politiken der Gleichstellung und feministischen Interventionen vom Tomatenwurf – der auf den Tag genau vor 50 Jahren als ein Anfang der Neuen Frauenbewegung gilt – bis zum Hashtag, moderiert von der Journalistin Anna-Rebekka Helmy.

„Zukunft braucht Erinnerung – und umgekehrt ergibt sich aus dem Erinnern die Motivation oder sogar die Notwendigkeit zu handeln“, betonte Sabine Balke, i.d.a.-Vorstand und DDF-Geschäftsführung, in ihrer Begrüßungsrede. „Der heutige Onlinegang ist ein großer Meilenstein der Frauenbewegung und ihrer Erinnerungsarbeit – doch die Digitalisierung feministischer Geschichte steht damit erst am Anfang.“

Mit dem Onlinegang werden fortwährend neue Digitalisate in das Portal eingestellt und wissenschaftlich kuratiert. Bücher und Zeitschriften, teils unveröffentlichte Originaldokumente wie Briefe, Fotos oder Tonaufnahmen und kostbare Schätze aus z.B. privaten Nachlässen feministischer Wegbereiterinnen erzählen die vielfältigen Perspektiven der Frauenbewegung – einer der größten sozialen Bewegungen der letzten 200 Jahre.

Bewahrt und aufgearbeitet werden diese wertvollen Dokumente bislang analog von den Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbands. Rund 40 Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Italien arbeiten eng vernetzt zusammen und digitalisieren nun ihre Materialien der Frauengeschichte für die Nachwelt. „Unsere Botschaft von i.d.a. zum Jubiläum: #frauenmachengeschichte. Dafür streiten wir im i.d.a.-Dachverband seit Jahrzehnten“, sagte Sabine Balke.

Der Auf- und Ausbau des Portals wird vom BMFSFJ gefördert und setzt zugleich das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel um, Frauengeschichte in einem zentralen Archiv zu bewahren und wissenschaftlich aufzuarbeiten. „Geschichte kann Kraft geben. Geschichte kann wütend machen. Geschichte kann auch dankbar machen. Aber vor allem macht Geschichte klüger“, betonte Giffey in ihrer Festaktrede. „Wer sich mit Geschichte auseinandersetzt, sieht die Gegenwart klarer und kann für die Zukunft besser streiten. Ohne ein Bewusstsein für Geschichte sind wir blind. Deshalb eröffnen wir heute das Digitale Deutsche Frauenarchiv.“

Frauengeschichte hat seit dem 13. September 2018 eine neue Adresse im Netz: www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de.

Bildmaterial zum Onlinegang des Digitalen Deutschen Frauenarchivs

Für eine Veröffentlichung im Zusammenhang mit dem Onlinegang des Digitalen Deutschen Frauenarchivs stellen wir gern Pressefotos zur Verfügung.
Bildnachweis bitte vollständig angeben: Digitales Deutsches Frauenarchiv/Tanja Schnitzler

Pressekontakt
Für Bild- und Interviewanfragen nehmen Sie gern Kontakt auf:
Steff Urgast, Tel.: 030 23 94 21 77, E-Mail: steff.urgast@ida-dachverband.de

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Eine Bildergalerie folgt am 17.9.2018.

Bundesministerin Dr. Franziska Giffey mit den Gästen der Talkrunde zum Thema „Vom Tomatenwurf zum Hashtag“: Autorin Anne Wizorek, Caren Marks (MdB), Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen, Schauspielerin Jasmin Tabatabai und Fotografin Ruth E. Westerwelle (v.l.n.r.)

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