Speak Up! Feministisch für Europa

veröffentlicht 13. Juni 2019
Speak Up: Rap-Musikerin Sookee spricht am 29.6.2019 auf dem Leipziger Markt im Rahmen der Feministischen Sommeruni 2019 (Fotonachweis: Katja Ruge).

Frauen Europas

Europa ist eine Frau: Die mythologische Geschichte der Namensgebung des Kontinents ist eine patriarchale Geschichte von Gewalt. Diese Gewalt radierte auch die Namen der vielen Frauen aus, die über alle Zeitalter und Landesgrenzen hinaus Europa getragen haben. Das Theater Eumeniden lädt im Rahmen der Feministischen Sommeruni Leipzig 2019 ein zur Performance EUROPE IS A WOMAN. Am Nachmittag des 28.6. berichten an den Straßenrändern in Leipzigs Innenstadt die mythologische Europa sowie Frauen unterschiedlicher Herkünfte als ,lebendige Statuen‘ von ihrem Leben. Alle sind herzlich eingeladen, stehen zu bleiben und zu hören, was sie erzählen.

Friedensprojekt

Frauen vernetzen sich europäisch und setzen sich für Frieden ein: Diese Kraft steckt auch im politischen Umbruch 1989/90. Die Frauen für den Frieden waren in den 1980er Jahren ein wichtiger Teil der europäischen Frauenfriedensbewegung. Sie organisierten grenzüberschreitende Friedenmärsche, internationale Klima-Konferenzen oder führten blockübergreifend den Friedensdialog fort. West-Berliner Frauen wie Eva Quistorp, Hildegard von Meier und Ulrike von Wiesenau arbeiteten seit Anfang der 1980er Jahre mit den staatlich unabhängigen Frauen für den Frieden in der DDR zusammen, zu deren Gründerinnen Bärbel Bohley, Irena Kukutz, Katja Havemann und Ulrike Poppe zählen. Eva Quistorp und Ulrike von Wiesenau erzählen am 28.6. davon, wie Frauen Europa beweg(t)en (ab 14 Uhr). Gerlinde Schermer und Ute Leukert von den Frauen für den Frieden aus der DDR sind beim Zeitzeuginnen-Gespräch dabei (ab 10 Uhr).

Vereinte Vielfalt

Der politische Umbruch 1989/90 war ein Aufbruch Europas. Das macht am 28.6. auch eine lesbische Hommage an 30 Jahre Mauerfall unter dem Titel Raus aus dem Versteck! Вон из укрытия! sichtbar. Die Filmemacherin Natalja Sharandak präsentiert zwei Filme aus der Aufbruchstimmung nach der Perestrojka in St. Petersburg. Aufgewachsen in der Breschnew-Ära lebten zahlreiche Lesben* der ehemaligen Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre ihr Coming-out. Der erste CSD in St. Petersburg wurde 1992 drei Tage lang gefeiert. Begleitet von Berliner Aktivist- und Künstler*innen war er Auftakt eines russisch-deutschen Kulturaustausches von LGBTTQIs. Die offene Atmosphäre dieser Tage nahm vielen russischen Lesben die Angst vor dem Licht der Öffentlichkeit und sie waren zu Interviews bereit. Entstanden sind Filme aus der Bewegung über die Bewegung.

Gegen Rechts

Die Friedlichen Revolutionen brachten den postsozialistischen Ländern demokratischen und europäischen Wandel. 30 Jahre später sind Demokratie und das Projekt Europa herausgefordert. Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen, den Rechtsruck und erstarkenden Antifeminismus in zahlreichen europäischen Ländern stehen Feminist*innen ein für Vielfalt und Demokratie in Europa.

Zum Ausklang lädt die Feministisches Sommeruni Leipzig 2019 am Samstag den 29.6. von 11 bis 14 Uhr auf den Leipziger Markt. Mit Musik und Talk bekommen feministische Stimmen für Europa die Bühne, mit dabei sind u.a. Anna Miler (Aktivistin, Danzig) und Jiřina Šiklová (Soziologin, Bürgerrechtlerin, Prag). Zum Schluss heißt es: Speak Up - von und mit Sookee, die Louise-Otto-Peters-Preisträgerin der Stadt Leipzig 2018! Dieser fulminante Ausklang der Feministischen Sommeruni 2019 ist gleichzeitig der Auftakt des 3. Leipziger Frauen*Festivals „Clara & Louise“, das von 14 bis 22 Uhr auf dem Leipziger Markt gefeiert wird. Auf geht´s nach Leipzig, zu Feminismus im Doppelpack!

Programm und Anmeldung: www.feministische-sommeruni.de

3. Leipziger Frauen*Festival: www.leipzigerfrauenfestival.de

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