Das A bis Z der Digitalisierung

veröffentlicht 04. September 2019

Protokolle, Fotos, Zeitungsartikel erzählen feministische Geschichte in Bewegungsarchiven. Doch wie finden solche Quellen den Weg in die Öffentlichkeit? Wie werden sie vor dem Verfall bewahrt? Digitalisierung ist hier Ansatz und Ziel zugleich, in der Praxis jedoch kein einfaches Unterfangen. Worauf bei Digitalisierungen zu achten ist, erklärt MONAliesA in ihrer Broschüre anschaulich mit Beispielen – sie schöpft dabei aus der eigenen Erfahrung: Für das Digitale Deutsche Frauenarchiv wurden bereits zahlreiche Dokumente der DDR-Frauenbewegung digitalisiert.

Von analog zu digital

Zum Auftakt eines Digitalisierungsprojektes ist es wichtig, das Ziel klar zu definieren: Werden die Materialien veröffentlicht oder aus bestandsschutztechnischen Gründen digitalisiert? Je nachdem muss im Vorfeld Zeit für die Rechteklärung oder Geld für eine aufwendigere digitale Bestandssicherung einkalkuliert werden. Der Auswahl der Dokumente gehen eine umfassende Sichtung und Sortierung voraus. Neben Inhalt und Bestandsschutz spielen auch pragmatische Erwägungen eine Rolle. Sollen Digitalisate online gestellt werden, empfiehlt MONAliesA, Dokumente mit möglichst unstrittiger Rechteklärung auszuwählen. 

 

Broschüre Digitalisierung für Bewegungsarchive: Frauenzeitschriften in Ostdeutschland zur Wendezeit
Quelle
Feministische Bibliothek MONAliesA / Grafik: Stefanie Leinhos
Lizenz
Broschüre Digitalisierung für Bewegungsarchive: Frauenzeitschriften in Ostdeutschland zur Wendezeit
Von Papierzerfall betroffene Dokumente
Quelle
Feministische Bibliothek MONAliesA / Grafik: Stefanie Leinhos
Lizenz
Von Papierzerfall betroffene Dokumente

Hinweise gibt die Broschüre auch zur praktischen Digitalisierung. Hier ist die Beschaffenheit des Materials ebenso relevant wie die Auswahl des Digitalisierungsunternehmens. In intensiver Vorarbeit der Archive müssen Seiten gezählt, Loseblattsammlungen und Sonderformate gesichtet werden. Anhand dieser Informationen erstellt das Digitalisierungsunternehmen einen Kostenvoranschlag. Hierfür hat MONAliesA Anforderungen an Dienstleister und Digitalisate festgehalten, die zeigen, worauf bei der Auswahl des Digitalisierungsunternehmens zu achten ist und welche Kriterien für Digitalisate bestehen, wie zum Beispiel eine OCR-Erkennung.

Rechteklärung und Upload

Die Rechteklärung betrifft in der Praxis vor allem UrheberInnen- und Nutzungsrechte sowie Creativ-Commons-Lizenzen. Die Broschüre erläutert relevante Merkmale, Unterschiede und Ansprüche an die jeweiligen Veröffentlichungsformate wie Online und Print. Die Rechteklärung ist ein zeitintensiver Prozess, betont MONAliesA, die selbst lange nach UrheberInnen recherchierten.

Zur Veröffentlichung werden alle Digitalisate in einer Bibliothekssoftware hochgeladen und mit einem Vermerk zum rechtlichen Status versehen. Anschließend sind die Dokumente in den Web-OPACs auffindbar. Als weiterführende Materialien empfiehlt die Broschüre hier zum Beispiel die DDF-Rechtebroschüre oder den DDF-Vertragsgenerator.

Mit ihrer Broschüre gibt MONALiesA ihren Erfahrungsschatz weiter – eine wertvolle Grundlage für alle, die Digitalisierungsprojekte planen. Alle wesentlichen Schritte sind nachvollziehbar und gut strukturiert erklärt, Checklisten bieten zusätzliche Übersicht. So kann Frauenbewegungsgeschichte nachhaltig digitalisiert und veröffentlicht werden.

 

Die Broschüre ist als PDF online abrufbar. Eine Druckversion kann bei Übernahme der Portokosten von 1,20 € bei MONAliesA bestellt werden.

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