Marie Juchacz Geboren 15. März 1879 in Landsberg an der Warthe Gestorben 28. Januar 1956 in Düsseldorf

Über Marie Juchacz

Sie war die erste Frau, die 1919 im Reichstag eine Rede hielt, kämpfte um die Gleichberechtigung der Frauen und später für die Reform des § 218: die SPD-Politikerin, Frauenrechtlerin und Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Marie Juchacz. 1933 geriet sie als NS-Gegnerin ins Visier der Gestapo.

Seit 1926 wohnte Marie Juchacz (1879-1956) mit ihrer Schwester Elisabeth Kirschmann-Röhl (1888-1930; SPD-Politikerin und Mitbegründerin der AWO) und dem Schwager Emil Kirschmann (1888-1949; SPD-Politiker, 1924-1933 MdR) in einem Reihenhaus in Berlin-Köpenick. Das Haus diente ihnen in arbeitsreichen Zeiten als Rückzugsort. Marie Juchacz leitete die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und war Mitglied des Reichstags (MdR) für die SPD.

Elisabeth Kirschmann-Röhl pendelte, bedingt durch ihre politische Tätigkeit als preußische Landtagsabgeordnete, zwischen Köln und Berlin, bis sie 1930 frühzeitig verstarb. Dort hatten sie Reden, Bücher und Artikel geschrieben und Ideen für die AWO und die sozialistische Frauenbewegung diskutiert. So manche sozialpolitische Reform auf dem Gebiet des Mutterschutzes, der Gleichstellung unverheirateter Mütter und unehelicher Kinder, der Säuglings- und Kinderpflege, der Volksgesundheit und Jugendpflege, der Arbeitslosenfürsorge sowie des § 218, wurde in ihrem Haus mit Garten entwickelt – doch im Mai 1933 wurde alles ‚zerschlagen‘. Stunden vor der Flucht waren Marie Juchacz und Emil Kirschmann von Freund*innen vor der Gestapo gewarnt worden. Sie flohen über die ‚grüne Grenze‘ ins autonome Saargebiet, das seit dem Ersten Weltkrieg dem Völkerbund unterstand. Währenddessen plünderte die NSDAP-geführte Sturm-Abteilung (SA) ihr Haus.

Marie Juchacz, Elisabeth Kirschmann-Röhl und Emil Kirschmann
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Archiv Lydia Struck Hamburg, LySt-MJ-0001
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Marie Juchacz (li.), Elisabeth Kirschmann-Röhl und Emil Kirschmann. Hinter ihrem Haus in Berlin-Köpenick, ca. 1928.

Vom Schulkind zur Frauenrechtlerin und Politikerin (1879–1929)

1879 in Landsberg an der Warthe (heute: Gorzów Wielkopolski) geboren, wuchs Marie Juchacz (geb. Gohlke) mit zwei Geschwistern in einfachen, liebevollen Verhältnissen auf.1 Nach der Volksschulzeit war sie Hausangestellte, Fabrikarbeiterin, Krankenwärterin und erlernte den Beruf der Schneiderin. Ihre politische Bildung verdankte sie ihrem Vater, der als Zimmermann Bücher aus der Gewerkschaftsbibliothek leihen konnte, und ihrem Bruder Otto Gohlke (1871–1958, ebenfalls Zimmermann). Früh interessierte sie die Frauen- und Friedenspolitik. Ihre Ehe mit dem Schneidermeister Juchacz scheiterte 1906, und sie zog zunächst mit den beiden Kindern und ihrer Schwester Elisabeth zum Bruder, der mit seiner siebenköpfigen Familie in Berlin wohnte. Als Elisabeth ein Jahr später in erster Ehe Gustav Röhl heiratete und ein Kind erwartete, wurde in Berlin-Neukölln ein Haushalt Juchacz-Röhl eingerichtet.

Gemeinsam zu wirtschaften und die drei Kinder großzuziehen, erlaubte es den Frauen abends politisch aktiv zu sein, und sie entwickelten sich zu beliebten Rednerinnen der SPD. 1913 wurde Marie Juchacz SPD-Frauensekretärin der oberen Rheinprovinz. Elisabeth trennte sich von ihrem Mann und der Lebensmittelpunkt der zwei Frauen und der Kinder verlagerte sich nach Köln, wo Elisabeth ihren zweiten Ehemann Emil Kirschmann kennenlernte. Die Berufung in den SPD-Hauptvorstand brachte Marie Juchacz 1917 nach Berlin zurück, wo sie sich für das Frauenwahlrecht einsetzte.2

Am 19. Februar 1919 hielt sie in Weimar als erste Frau im deutschen Parlament eine Rede und gründete einige Monate später die AWO, der sie fortan ihre Kraft widmete. 1929 wurde das Thema ‚Ehe- und Sexualberatung‘ im Unterricht der AWO-eigenen Wohlfahrtsschule in Berlin verankert. Marie Juchacz kämpfte für die Selbstbestimmung der Frauen und für die Reform des § 218.

Marie Juchacz an ihrem Schreibtisch 1926
Quelle
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Marie Juchacz an ihrem Schreibtisch, 1926.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus (1929–1933)

Marie Juchacz und Elisabeth Kirschmann-Röhl stellten sich mit all ihrer Kraft der Politik der Nationalsozialisten entgegen.3 1930 arbeitete Marie Juchacz in Berlin. Während Elisabeth Kirschmann-Röhl im Wahlkampf für die SPD durch ihren Wahlkreis im Rheinland tourte, geriet sie einmal in eine Versammlung der Nationalsozialisten, meldete sich trotz der Gefahr zu Wort, wurde niedergeschrien und vom Podium gezerrt. Der Wahlkampf und der Vorfall hatten sie zu viel Kraft gekostet – sie kollabierte und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Ein innerer Abszess führte Tage später zu ihrem Tod.4

arie Juchacz am Rednerpult  1930 SPD -Wahlversammlung  zur Reichstagswahl.
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Marie Juchacz am Rednerpult der SPD-Wahlversammlung zur Reichstagswahl, 1930 in Berlin.

Die Beisetzung mit über tausend Menschen glich einer Demonstration gegen den kürzlich erlangten Wahlsieg der Nationalsozialisten. Trotz der tiefen Trauer um ihre Schwester setzte Marie Juchacz ihren unermüdlichen Kampf für ihre Ideale und für die erkämpften politischen Errungenschaften fort. In ihrer letzten Reichstagsrede vom 26. Februar 1932 rang sie um die Stimmen der wahlberechtigten Frauen für die SPD und somit gegen den Faschismus und einen drohenden Krieg:

„Die Frauen […] wollen keinen Bürgerkrieg, die Frauen wollen keinen Völkerkrieg, die Frauen wollen keine Verschärfung der Wirtschaftsnot durch innen- und außenpolitische Abenteuer. […] Es ist genug des Elends! Es ist genug des Bluts! […] Die Frauen müssen bei dieser Wahl, die für das Schicksal des deutschen Volkes entscheidend sein kann, auf viele Jahre hinaus, den Kampf annehmen, für Frieden und Freiheit, für Frauenrecht und Frauenwürde, gegen den Todfeind: den Faschismus.“5

Marie Juchacz erfuhr bei der Fraktionssitzung am 30. Januar 1933, dass Adolf Hitler (1889–1945, NSDAP-Vorsitzender) mit der Regierungsbildung beauftragt wurde. Zitiert wird sie mit den Worten: „Oh, armes Deutschland!“6 Wenige Tage darauf engagierte Marie Juchacz einige ehemalige Polizisten zu ihrem Schutz, da bewaffnete SA- und SS-Männer nachts rund um die Häuser der sozialdemokratischen Abgeordneten in Berlin-Köpenick Einschüchterungsversuche unternahmen.7

Nach der Verabschiedung des ‚Ermächtigungsgesetzes‘ am 23. März 1933, gegen das die SPD stimmte, kündigte Hermann Göring (1893–1946, NSDAP) an, dass er NS-Gegner ‚vernichten‘ und ‚ausrotten‘ wolle. Für Andersdenkende bestand Lebensgefahr.

Saargebiet – „Für Deutschland – gegen Hitler“8 (1933–1935)

Während in Deutschland die SPD verboten und die AWO aufgelöst wurde, konnten SPD und AWO im Saargebiet die Arbeit fortsetzen, weshalb Marie Juchacz und Emil Kirschmann nach Saarbrücken flohen, in der Hoffnung, bald nach Deutschland zurückzukehren.
Mit Sorge beobachtete Marie Juchacz im Mai 1933 die rückwärtsgewandte Umgestaltung des § 218 durch die NSDAP. Der seit 1927 zugunsten der Frauen ansatzweise reformierte Paragraf, der den Schwangerschaftsabbruch „aus medizinischen Gründen“ legalisierte, wurde kurzerhand wieder mit einer Strafe von „bis zu zwei Jahre Gefängnisstrafe“ geändert.9

Sie sah die Notwendigkeit sich den Frauenrechten zuzuwenden und nahm Kontakt zur AWO-Geschäftsführerin und späteren AWO-Vorsitzenden Lotte Lemke10 (1903–1988) in Berlin auf, die eine Tarnorganisation11 betrieb, erhielt jedoch keine Antwort. Stattdessen ermahnte sie der Parteivorstand aus Prag, die ‚SoPaDe‘, wohin ein Teil des SPD-Vorstand ins Exil geflüchtet war: „Wir glauben nicht, dass es zurzeit eine spezifische politische Frauenarbeit gibt. […] Ein besonderer Plan mit besonderer Arbeit an den Frauen ist nicht ratsam. Die Bedingungen unseres (illegalen) Wirkens in Deutschland erfordert die Rückkehr zu einfachen Organisationsgebilden. Alle Verästelungen im Organisationsgefüge […] sind derzeit nicht opportun. […]“12

Vom Verhalten der SoPaDe enttäuscht wollte sich die vormals zentrale SPD-Frauensekretärin nicht zur ‚Spendeneintreiberin‘ der Partei degradieren lassen. Stattdessen wurde die 54-Jährige in der Flüchtlingshilfe aktiv und betrieb mit der AWO-Funktionärin und Widerstandskämpferin Johanna Kirchner (1889–1944) und zeitweise auch dem erwachsenen Sohn Paul Juchacz (1905–1954) ein Lokal, das schnell zum Treffpunkt für Emigrierte wurde. Darüber schrieb sie rückblickend: „Im Mai 1933 ging ich ins Saargebiet und richtete in Saarbrücken einen privaten Mittags- und Abendtisch ein, der während des Abstimmungskampfes zum Sitzungslokal und für viele politische Emigranten zum Heim wurde.“13 Sie hatte eine regelrechte „Anmeldestelle“14 eingerichtet, die zugleich als Informationszentrale für die journalistische Arbeit Emil Kirschmanns diente.

Im direkten Umfeld der AWO Saarbrücken mit Angela Braun-Stratmann (1892-1966) an der Spitze konnte Marie Juchacz beratend wirken und weitere Hilfsangebote vermitteln. Die Saarabstimmung 1935 gliederte das Gebiet wieder an Deutschland an, und die Gruppe politischer Freund*innen floh aus dem Saargebiet nach Frankreich.

Frankreich (1935-1941)

Die Saarbrücker Gruppe unterstützte die Arbeit von Emil Kirschmann, der die offizielle ‚Beratungsstelle für Saarflüchtlinge‘, Rue Nationale 41 in Forbach-Lothringen bis 1936 leitete, und arbeitete dem französischen Nachrichtendienst zu. Bis Kriegsbeginn wurde das westdeutsche Grenzgebiet zu Frankreich von dort mit antinazistischem Propagandamaterial beliefert.15 .

Die Gruppe lebte in einer Art ‚Kommune‘, deren Haushalt Marie Juchacz in der Nähe von Metz und auch später in Mühlhausen führte. Beim Angriff der Wehrmacht auf Frankreich verließ die Mühlhauser Gruppe Ostfrankreich und floh in den unbesetzten Süden.16 Alle Spuren der Widerstandsarbeit wurden im Ofen der Wohnung verbrannt.17 Dank ihrer Flucht nach Sauvagnon bei Pau, wo sich die Gruppe selbstversorgend in einem leerstehenden Haus niederließ, entging sie der Internierung Camp de Gurs in Süd-Frankreich.18

Exil in den USA (1941-1949)

Bei der ‚Rettungsaktion für die von den Nazis bedrohten deutschen Flüchtlinge‘ von September 1940 waren Marie Juchacz und Emil Kirschmann als zwei von 125 Personen für ein Not-Visum für die USA vorgesehen. Sie lehnten zunächst ab, da sie noch immer auf einen baldigen politischen Wandel hofften.

Erst im März 1941 erhielten Marie Juchacz und Käthe Fey, die seit Saarbrücken bei ihnen geblieben war, die erneute Ausreiseerlaubnis von Marseille nach New York. Emil Kirschmann floh illegal auf einem anderen Schiff. In den USA lernte Marie Juchacz mit 63 Jahren Englisch in einem Quäker-Heim, dem Scattergood Hostel in Iowa. Dann teilte das Dreigespann Juchacz-Kirschmann-Fey eine kleine Wohnung in der Bronx und lebte von den bescheidenen Gehältern von Emil (Edelsteinschleifer) und Käthe (Pflegehelferin). Marie Juchacz trat mit Freund*innen der ‚German-speaking branch‘, einem Zweig des ‚Workmen’s Circle‘ bei, unterstützte dort einen Ausschuss, die so genannte ‚Arbeiterwohlfahrt New York‘ (auch ‚Solidarity 424E‘), die eine solidarische Paket-Aktion in Gang brachte und wurde dessen Präsidentin. Sie stand in engem Briefkontakt mit der AWO-Vorsitzenden Lotte Lemke. 1949 kehrte Marie Juchacz mit fast 70 Jahren nach Deutschland zu ihrer Familie zurück.19

Marie Juchacz nach ihrer Rückkehr aus den USA bei einem  Empfang in Bremen 02.02.1949
Karl E. Schmidt, Bremen
Quelle
AWO Bremen/Staatsarchiv Bremen
Marie Juchacz nach ihrer Rückkehr aus den USA bei einem Empfang in Bremen, 2. Februar 1949.

Rückkehr nach Deutschland (1949)

Nach ihrer Rückkehr aus dem Exil unterstützte Marie Juchacz bis zu ihrem Tod 1956 als Ehrenvorsitzende weiter die Arbeit der AWO, reiste durch ganz Deutschland zu Veranstaltungen. Um die „Kluft zwischen den Generationen“ zu füllen, die, wie Marie Juchacz sagte, ganz besonders in der Frauenfrage zu fühlen sei,20 schrieb sie das Buch Sie lebten für eine bessere Welt.21

Marie Juchacz steht stellvertretend für alle Frauen, die von Nationalsozialisten bedroht zur Flucht gezwungen waren.

Denkmal zu Ehren von Marie Juchacz
Lydia Struck / Gerd Winner
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Marie-Juchacz-Denkmal der AWO-Marie-Juchacz-Stiftung in Berlin. Gestaltung: Prof. Gerd Winner (2017).
Veröffentlicht: 24. April 2017
Lizenz (Text)
Verfasst von
Lydia Struck

M.A., Kulturanthropologin, Sozialhistorikerin sowie Autorin. Forschungsschwerpunkte: Biografieforschung u. a. von AWO-Persönlichkeiten wie Marie Juchacz, Lotte Lemke und Elisabeth Kirschmann-Röhl erschienen in der Schriftenreihe zur Geschichte der Arbeiterwohlfahrt des AWO Bundesverbandes e. V. (2014‒2017). Sie hält Vorträge und Workshops, verfasst Artikel, berät Film- und Rundfunk Projekte und ist Mitglied der Historischen Kommission der AWO. In ihrem Büro für Biografie- und Kulturforschung in Hamburg setzt sie ihre Recherchen zu Marie Juchacz' Zeit im Exil fort.

Empfohlene Zitierweise
Lydia Struck (2024): Marie Juchacz, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/marie-juchacz
Zuletzt besucht am: 17.07.2024
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Rechteangabe
  • Lydia Struck
  • Digitales Deutsches Frauenarchiv
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Zitate von Marie Juchacz

Biografie von Marie Juchacz

15. März 1879

Geburt in Landsberg an der Warthe

1885 - 1893

Besuch der Volksschule

1893 - 1903

Verschiedenes gearbeitet, Schneiderei erlernt

1903

Hochzeit mit Bernhard Juchacz (Schneidermeister), Trennung 1905 später Scheidung.

1903

Geburt der Tochter Charlotte (Lotte) Juchacz (1903-1964)

1905

Geburt des Sohnes Paul Bernhard Juchacz (1905-1954)

1906

Umzug nach Berlin zu ihrem Bruder Otto Gohlke

1906 - 1913

Als Schneiderin tätig und nebenbei Rednerin

1908

Umzug nach Berlin-Rixdorf (Neukölln)

1908

Beitritt in die SPD

1908

Tod des Vaters und Zuzug der Mutter nach Berlin

1913 - 1917

Sekretärin der SPD für den Bezirk Obere Rheinprovinz insbesondere Leitung und Förderung der Frauenbewegung (Köln)

1917 - 1933

Teilnahme im Auftrag der SPD an sämtlichen nationalen und internationalen Kongressen, einschließlich der Frauen- und Wohlfahrtstagungen

1917

Berufung in den Hauptvorstand der SPD nach Berlin, Übernahme der Redaktion der Zeitschrift „Die Gleichheit“ von Clara Zetkin

1919 - 1933

Mitglied der Nationalversammlung (MSPD/SPD)

19.02.1919

Erste Rede einer Frau in der Nationalversammlung in Weimar

März bis Juli 1919

Mitglied des Verfassungsausschusses (Weimarer Verfassung)

13. Dezember 1919

Gründung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit Billigung des Parteivorstandes der SPD und Leitung der AWO

Mai 1933 - Januar 1935

Flucht nach Saarbrücken; dort Eröffnung eines privaten Mittags- und Abendtisches für Flüchtlinge

Januar 1935 - Juni 1940

Flucht nach Frankreich (Elsass); Führte dort einen EmigrantInnenhaushalt

Juni 1940 - 24. März 1941

Versteckt im äußersten Westen Frankreichs in dem Dorf Sauvagnon bei Pau

Abfahrt von Marseille über Martinique nach New York (neun Wochen)

1941 - 1949

USA: Zunächst in Meriden, dann West Branch (Quäkerheim), dann New York

1945/46 - 1948

Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt New York, Organisation zum Versand von Hilfsgütern nach (erst Frankreich) dann Deutschland

Ankunft in Bremerhaven (nach elftägiger Überfahrt)

1949

Ernennung zur Ehrenvorsitzenden der AWO

Rede in Berlin (Aufnahme vorhanden im DRA)

1955

Publikation: Marie Juchacz: „Sie lebten für eine bessere Welt. Lebensbilder führender Frauen des 19. Und 20. Jahrhunderts“ (J.H.W.Dietz Nachfolge GmbH, Berlin und Hannover)

28. Januar 1956

Tod in Düsseldorf

Enthüllung des Marie-Juchacz-Denkmals am Hallischen Tor in Berlin-Kreuzberg (Künstler: Gerd Winner)

Fußnoten

  • 1Vgl. Struck, Lydia / AWO Bundesverband (Hg.): „Mir geht so vieles durch den Kopf und durchs Herz“. Marie Juchacz - Briefe und Gedanken zum Neuanfang der AWO, (Schriftenreihe zur Geschichte der Arbeiterwohlfahrt), Berlin 2014.
  • 2Vgl. Brief von Marie Juchacz und Wally Zepler an den BDF vom 02.08.1917, betr. gemeinsame Kundgebung für das Frauenwahlrecht; Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel, Zugriff am 13.10.2021 unter https://meta-katalog.eu/Record/47777addf.
  • 3Röhl, Fritzmichael: Marie Juchacz – Leben und Arbeit (Manuskript,3. Kopie), München 1961, S. 229.
  • 4AWO Bundesverband e.V. (Hg.): „Darüber muss noch gesprochen werden“. AWO-Frauen und ihre Beiträge zur Gleichstellungspolitik (Schriftenreihe zur Geschichte der Arbeiterwohlfahrt), Berlin 2015, S. 29‒30.
  • 5Reichstagsprotokolle (online): V. Wahlperiode 1930, Band 446, Stenografische Verhandlungen des Reichstages von der 53. Sitzung am 13. Oktober.1931 bis zur 64. Sitzung 12. Mai 1932, Berlin 1932, Zugriff am 13.10.2021 unter http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_w5_bsb00000130_00329.html.
  • 6Zit. Marie Juchacz 30. Januar 1933, in: Röhl: Marie Juchacz, S. 242.
  • 7Ebenda.
  • 8SoPaDe 02.02.1936: Für Deutschland – gegen Hitler!, in: Neuer Vorwärts. Sozialdemokratisches Wochenblatt. Nr. 138, Titelseite.
  • 9Vgl. Notz, Gisela: Der § 218 – immer noch ein umkämpftes Thema, in: Femina Politica, 2016, H. 2, S. 163‒166. https://doi.org/10.3224/feminapolitica.v25i2.25364.
  • 10Vgl. Struck, Lydia / AWO Bundesverband e.V. (Hg.): Mit den Fäden fest in der Hand. Lotte Lemke. Einblicke in ein Leben für die AWO. (Schriftenreihe zur Geschichte der Arbeiterwohlfahrt), Berlin 2017.
  • 11Ebenda S. 42.
  • 12Niedrig, Heinz / AWO Bundesverband e.V. (Hg.): Die Arbeiterwohlfahrt in der Zeit von 1933-1945. Spurensuche: Aufbau, Verfolgung, Verbot, Widerstand, Emigration. Marburg 2003, S. 80.
  • 13FES: selbstverfasster Lebenslauf Marie Juchacz (1941) von AWO/AdsD, Zugriff am 13.10.2021 unter https://www.fes.de/adsd50/marie-juchacz.
  • 14Redmer, Axel: Wer draußen steht, sieht manches besser. Biografie des Reichstagsabgeordneten Emil Kirschmann, Birkenfeld 1987, S. 82.
  • 15Biografische Informationen zu Emil Kirschmann und darin zur „Gruppe Kirschmann“ unter: Emil Kirschmann, Zugriff am 13.10.2021 unter https://www.auswanderung-rlp.de/emigration-in-der-ns-zeit/emil-kirschmann.html
  • 16Niedrig / AWO Bundesverband e.V. (Hg.): Die Arbeiterwohlfahrt in der Zeit von 1933-1945, S. 83.
  • 17Juchacz an Heine (Korrespondenz): 23.10.1945. Originalkopie: Nachlass Fritz Heine, AdsD, FES, Bonn.
  • 18Redmer: Wer draußen steht…, S. 127‒131.
  • 19Struck, Lydia / AWO Bundesverband e.V. (Hg.): „Mir geht so vieles …“., S. 44 ff.
  • 20Roehl, Fritzmichael / Wachenheim; Hedwig (Überarb.): Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt, Hannover 1961, S. 11.
  • 21Juchacz, Marie: Sie lebten für eine bessere Welt. Lebensbilder führender Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts, Berlin/Hannover 1955.

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