Zum Tod von Heidi Schelhowe

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Prof. Dr. Heidi Schelhowe
Prof. Dr. Heidi Schelhowe

 

Prof. Dr. Heidi Schelhowe war Vorbild und Inspiration zugleich – gerade ihre engagierte, mitreißende und wertschätzende Haltung machten sie zu einer generationenübergreifenden Netzwerkerin und wichtigen Ideengeberin.

Nach ihrer Promotion und einigen Jahren der wissenschaftlichen Tätigkeit an verschiedenen deutschen Hochschulen lehrte sie ab 2001 im Fachbereich Informatik und Mathematik an der Universität Bremen. 2011 wurde Prof. Dr. Heidi Schelhowe hier zur Konrektorin für Lehre und Studium berufen und gestaltete diesen Bereich bis 2014.

Mit großem Engagement leitete sie bis zu ihrem Tod die Arbeitsgruppe Digitale Medien in der Bildung im Fachbereich Informatik und Mathematik an der Universität Bremen. Mit ihrer Begeisterung für Technik und digitale Medien ebnete sie gerade jungen Frauen den Weg in die Informatik und unterstützte sie auf diesem – in und außerhalb der Universität.

In der Gesellschaft für Informatik (GI) hat sie die heutige Fachgruppe Frauen und Informatik (FRAUINFORM) sowie die Fachgruppe Be-greifbare Interaktion (BGI) mitgegründet. Im Rahmen der Internationalen Frauenuniversität ifu, die 2000 stattfand, war sie Leiterin des zentralen Projektes Virtuelle ifu (vifu).

Zudem stieß sie viele kreative Projekte an, die den digitalen Wandel mit Gestaltung, Medienpädagogik und Bildung verbinden. So initiierte sie 2013 den FabLab Bremen e.V., dessen Ehrenvorsitzende sie bis zu ihrem Tod blieb. Noch 2018 erhielt sie den Edith Ackermann Award für ihre langjährigen Forschungsleistungen im Bereich der Interaktion von Kindern mit Computertechnologien. Von 2011 bis 2020 war sie Mitglied im Fernsehrat des ZDF für den Bereich Wissenschaft. Im JFF, dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, war sie seit 2019 Beisitzerin im Vorstand.

Auch der i.d.a.-Dachverband und das DDF sind ihr für ihre wertvolle Arbeit und Inspiration sehr dankbar. Von 2017 bis 2019 war Prof. Dr. Heidi Schelhowe Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Digitalen Deutschen Frauenarchivs in Berlin. In dieser Position begleitete sie maßgeblich den Aufbau des DDF und beriet dabei mit fachlicher Expertise und Aufgeschlossenheit.

Am 11. August 2021 ist sie in Bremen verstorben. Ihr großes Engagement und weitsichtigen Ideen wirken lange nach.

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