Portrait Gloria Coates
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Archiv Frau und Musik
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Gloria Coates Geboren am in Wausau/Wisconsin (USA)

Über Gloria Coates

Die US-amerikanische Komponistin, Malerin und Schauspielerin Gloria Coates wurde 1938 in Wausau/Wisconsin geboren und studierte Komposition an den Universitäten Louisiana State und Columbia in New York. 1969 kam sie nach Europa, wo sie bis heute in München lebt.

Schon in früher Jugend begann Gloria Coates1 zu musizieren, zu singen, auf dem Klavier zu improvisieren und zu komponieren, aber erst durch den Unterricht bei dem russischen Komponisten und Pianisten Alexander Tscherepnin (1899–1979) in Chicago lernte sie, ihre Kompositionen aufzuzeichnen, auch wenn diese nicht mit der gängigen Musiktheorie konform waren. Obwohl Coates bereits als Vierzehnjährige einen „national composition contest“2 gewann und während des Studiums in den Vorstand der Kompositionsabteilung der Columbia Universität gewählt wurde, bezeichnete sie sich lieber als Performerin, Sängerin und Schauspielerin. „I had really no intention of being a composer because there were no women composers.”3 Dass sie komponierte, schien ihr „zu persönlich“4 zu sein, um sich dazu zu bekennen: „There was something frightening, something really sad about the idea of being a composer. It would mean a total dedication and a kind of loneliness.“5

Interview von Gloria Coates mit dem Archiv Frau und Musik 2019

Erst als sie wegen einer Bombenentschärfung in unmittelbarer Nähe ihres Appartements in München all ihre Manuskripte einem Freund zur Aufbewahrung brachte, während sie selbst in dem gefährdeten Appartement übernachtete, bekannte sie sich zu ihrer Berufung: Die Rettung dieser Manuskripte war ihr wichtig gewesen – auch über ihren möglichen Tod hinaus. 

Gloria Coates schrieb zahlreiche Kammermusikwerke, elektronische und multimediale Musik, Bühnenmusik und Vokalwerke und insbesondere Orchestermusik, darunter 16 Sinfonien. Sie nahm Teil an der deutschen Frauen- und Musik-Bewegung und vernetzte diese mit der International League of Women Composers in den USA, sie organisierte Konzertreihen, unterrichtete, schrieb musikwissenschaftliche Texte und moderierte und gestaltete Rundfunkprogramme. Trotz der Probleme, als Komponistin in Deutschland eigene Werke zur Aufführung zu bringen, konnte sie es erreichen, dass ihre Sinfonie Nr. 1 (Music on Open Strings) 1980 in dem renommierten Forum für Gegenwartsmusik, ‚musica viva‘, des Bayerischen Rundfunks als erstes Werk einer Frau überhaupt gespielt wurde.

Stand: 02. April 2020
Verfasst von
Martina Bick

Musikwissenschaftlerin, Mitarbeiterin Musik und Gender im Internet (MUGI) der HfMT Hamburg

Empfohlene Zitierweise
Martina Bick (2020): Gloria Coates, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/gloria-coates
Zuletzt besucht am: 11.04.2021

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Zitate von Gloria Coates

There was something frightening, something really sad about the idea of being a composer. It would mean a total dedication and a kind of loneliness.
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Coates, Gloria, Interview durch Archiv Frau und Musik, Frankfurt a.M. 2019, S. 2.
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I had really no intention of being a composer because there were no women composers.
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Coates, Gloria, Interview durch Archiv Frau und Musik, Frankfurt a.M. 2019, S. 2.
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I would say as I look back on it there was no one like Mascha throughout that whole Frau und Musik. She was like a torch.
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Coates, Gloria, Interview durch Archiv Frau und Musik, Frankfurt a.M. 2019, S. 5.
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Biografie von Gloria Coates

Geburt in Wausau/Wisconsin (USA)

seit 1969

Gloria Coates lebt in Deutschland

1971 - 1984

Organisatorin von Konzertreihen mit Deutsch-Amerikanischer Musik München

1973

Komposition von Symphony No.1 (Music on open Strings)

Premiere von Music on open Strings in der Nationalphilharmonie Warschau

1980

Die Sinfonie Nr. 1 (Music on Open Strings) wird in dem renommierten Forum für Gegenwartsmusik, ‚musica viva‘, des Bayerischen Rundfunks als erstes Werk einer Frau überhaupt gespielt.

Fußnoten