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Themen der Frauenbewegung

Dem Reich der Freiheit werb´ ich Bürgerinnen! Frauen meistern die Technik! Ohne Frauen ist kein Staat zu machen! Das Private ist Politisch! – Solche Slogans und Forderungen bezeugen, mit welchen Themen sich die Frauenbewegungen auseinandergesetzt haben.

Das Engagement frauenpolitisch und feministisch aktiver Lesben/Frauen reichte vom Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper, der Forderung nach gleichberechtigter Partizipation in Bildung und Beruf, der Sichtbarkeit und Akzeptanz von lesbischen Frauen bis hin zum Kampf gegen Sexismus und Pornographie.

Für die Organisierung autonomer feministischer Strukturen und die öffentliche Verbreitung ihrer Forderungen und Utopien entwickelten Frauen vielfältige Formen: Sie organisierten Demonstrationen, gründeten eigene Zeitschriften, schufen sich mit Frauenzentren oder -buchhandlungen eigene Räume und rebellierten mittels der Kunst und Kultur gegen patriarchale Geschlechterverhältnisse.

Kurz erzählt Bürgerinnenrechte
Mütter des Grundgesetzes
Kurz erzählt Frauenwahlrecht

6 Themen

Politik, Recht & Gesellschaft

Politik und Recht gehören seit dem frühen 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Arenen der Frauenbewegungen. Im Zentrum stand der Kampf um das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die politische Repräsentation von Frauen, die feministische Kritik der politischen Kultur und die Auswirkungen der Gesetzgebung auf das Leben von Frauen zu bestimmenden Politikfeldern.

Damit wird sichtbar, ob und mit welchen Formen sich die politische Partizipation von Frauen auf politische Systeme und den gesellschaftlichen Wandel auswirkt. Darin eingeschlossen ist das sich ändernde und ambivalente bis ablehnende Verhältnis von autonomen Frauenbewegungen zum Staat und zu etablierten (politischen) Einrichtungen.

Arbeit & Ökonomie

Weibliche Berufs- und Erwerbstätigkeit war und ist ein Schlüsselthema frauenbewegter Auseinandersetzungen. Wurde in der Ersten Frauenbewegung noch diskutiert, ob Frauen überhaupt erwerbstätig sein sollten – und wenn ja, in welchen Berufen, erweiterten sich die Diskurse zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Dargestellt wird u.a. die Bedeutung der Berufstätigkeit für die Persönlichkeitsentwicklung von Frauen, die Kritik der hierarchischen, geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, der Kampf für gleichberechtigte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit und für den Zugang zu bis dahin Männern vorbehaltenen Berufen. Zugleich gehören feministische Positionen zur Fürsorge- und Reproduktionsarbeit, also etwa Hausarbeit, Erziehung, Pflege im privaten und öffentlichen Bereich, zu den Streitpunkten, die über die Jahrhunderte kaum an Aktualität eingebüßt haben.  

Körper & Sexualität

Die sexualisierten Machtverhältnisse entwickelten sich zu einer zentralen Frage der Frauenbewegungen. Die Frauenbewegungen begehrten gegen bürgerliche Doppelmoral und ,weibliche Tugenden‘ wie Keuschheit und Bescheidenheit auf. Sie demaskierten patriarchale Mythen weiblicher Sexualität und schafften neues Wissen und einen neuen Umgang mit (weiblicher) Sexualität – auch und besonders erfolgreich im Kontext von lesbischen Beziehungen und Beziehungen jenseits der sogenannten Heteronorm. Das Streben nach sexueller Freiheit und Kontrolle über den eigenen Körper entlud sich am lautesten in der Forderung nach einem selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch. Zum Thema Körper und Sexualität gehören auch Debatten und Kämpfe um Frauengesundheit, Gen- und Reproduktiontechnologien sowie gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen.

Gewalt

Ein Thema der Ersten wie auch der Zweiten Frauenbewegung ist Gewalt gegen Frauen. Während Gewalt im 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem im Zusammenhang mit arrangierten Ehen, ,Sittlichkeitsfragen‘ und der ,Sozial-Hygiene‘ diskutiert wurde, änderten sich mit dem Aufkommen der Zweiten Frauenbewegung seit den späten 1960ern der sprachliche Duktus und das Themenspektrum Gewalt deutlich. Frauen trugen das Wissen um Gewalt im familiären Bereich und in Paarbeziehungen in das öffentliche Bewusstsein und entwickelten Ansätze, um sie zu bekämpfen, z.B. die Gründung von Frauenhäusern. Schließlich gehören staatliche Repressionen und Verfolgungen gegen einzelne Akteurinnen und Gruppen der Frauenbewegungen zu diesem Themenbereich.

Kunst, Kultur & Medien

Kunst, Kultur und Medien spielten in der Ersten und Zweiten Frauenbewegung bedeutende Rollen. Theater- und Filmgruppen von Frauen und mit feministischen Themen entstanden, Künstlerinnenkollektive entwickelten alternative Kunstformen, um sich mit Machstrukturen auseinanderzusetzen. Zeitschriften, Verlage, Radio- und Fernsehprogramme der Frauenbewegungen widmeten sich feministischen Fragen ihrer Zeit, die häufig bis heute aktuell sind. So wichtig wie einzelne Publikationsorgane sind die Akteurinnen, Gruppen und Produktionsbedingungen, in deren Kontext feministische Kunst, Kultur und Medien entstanden. Ferner widmet sich dieser Themenbereich den Netzwerken sowie Erinnerungs- und Traditionsstiftungen der Frauenbewegungen.

Bildung & Wissen

Frauenbewegungen waren und sind auch Bildungsbewegungen. Frauen wie Louise Otto-Peters, Hedwig Dohm oder Alice Salomon rebellierten gegen das weibliche Leitbild der ,Hausfrau und Mutter‘. Zu entdecken ist, wie die Akteurinnen der Frauenbewegungen für die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung für Frauen und Mädchen an Schulen und Universitäten und für eigene Lernorte kämpften. Wie organisierten sich Akademikerinnen und wie und warum entstand die Frauenforschung seit den 1980er Jahren? Außerdem wird die Bedeutung der Frauensommeruniversitäten als Aktionsform vorgestellt. Diskurse um Frauen- und Lesbenthemen erreichten auch andere Bildungsinstitutionen, wie z.B. die Volkshochschulen oder die Evangelischen Akademien in DDR und BRD, die ihrerseits neue Impulse für die Frauenbewegungen und die Gesellschaft setzten.

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59 Treffer
The Top 10 Feminist* Lies and Myths about Prostitution

Die Prostitutionsdebatte innerhalb der neuen Frauenbewegung

Dr. Jessica Bock
Gewalt gegen Frauen oder ein Beruf wie jede andere? Prostitution gehörte auch in der neuen Frauenbewegung seit den 1970er-Jahren zu den kontrovers diskutierten Themen. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Prostitutionsdebatte, ihre Akteur*innen und Argumente. 
Portaits mehrerer Frauenbewegungsakteurinnen des 19./20. Jahrhunderts als Spielkarten

Akteurinnen und Frauenorganisationen im Deutschen Kaiserreich

Susanne Schötz
Im Deutschen Kaiserreich entwickelte sich die Frauenbewegung zu einer Massenbewegung, die sich durch eine Vielzahl von einzelnen Akteurinnen und Vereinen auszeichnete. Ihre politischen Handlungsfelder waren ebenso vielfältig wie ihre Vorstellungen über das ‚Wesen der Geschlechter‘.
aus Papier gebasteltes Frauenhaus

Ein autonomes Frauenhaus oder die „feministische Abteilung des Sozialstaats“?

Katharina Hugo
Mitte der 1970er-Jahre ist die Zweite Frauenbewegung in vollem Gange. Eine ihrer erfolgreichsten Strömungen ist die Bewegung gegen Gewalt gegen Frauen. In Bochum gründeten Frauen und Lesben eine Frauenhausinitiative, ein autonomes Frauenhaus ging daraus allerdings nicht hervor.
Zeichnung von mehreren älteren weißen Männern am Tisch mit Sprachblase "Das Problem ist doch: Es gibt gar keine qualifizierten Frau" und zustimmenden Antworten

„Frau Maschinenbau“ – aus der Nische auf die Messe

Muriel Nägler
Auf der Hannover Messe 1988 schlossen sich erstmals Frauen aus naturwissenschaftlichen und technischen Verbänden zusammen und initiierten den Stand ‚Frau + Technik‘. Damit wollten sie auf geschlechterspezifische Missstände in dem Bereich hinweisen und junge Frauen zur Wahl solcher Berufe ermutigen.
Der erste Vorstand des Vereins „Weibliche Fürsorge“ in Frankfurt a. M. 1904, mit Henriette Fürth, Bertha Pappenheim, Henny Elkan, Sidonie Dann, Bertha Holzmann, Clementine Cramer und Cilly Epstein.

Zur Rolle jüdischer Frauen in der Entwicklung Sozialer Arbeit als (Frauen-) Beruf

Prof. Dr. Sabine Toppe
Jüdische Frauen spielten Ende des 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle innerhalb der bürgerlichen Frauenbewegung und bei der Gründung wie dem Aufbau professioneller Sozialer Arbeit als Frauenberuf. Wohltätigkeit hat in der jüdischen Religion einen hohen Stellenwert.
Schulungsbrief für die Volkspflegerinnen im öffentlichen Dienst 1943

Mitläuferinnen, Nutznießerinnen und Täterinnen – die Beteiligung von Fürsorgerinnen im Nationalsozialismus

Prof. Dr. Sabine Toppe
Viele Fürsorgerinnen wurden im Nationalsozialismus ausgegrenzt, vertrieben, ermordet, andere waren Mitläuferinnen, Nutznießerinnen des Systems, Akteurinnen, Täterinnen. Sie haben die Aussonderung und Vernichtung von Menschen verantwortet und in leitenden Positionen, wie als Ausbilderinnen, mit organisiert.
Stundenplan der Studienkurse in der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit von 1932

Frauenbewegungen und die Akademisierung der Sozialen Arbeit

Prof. Dr. Sabine Toppe
Frauenbewegungen im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere die gemäßigt-bürgerliche Frauenbewegung, aber auch der radikale Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung und die proletarisch-sozialistische Frauenbewegung, haben entscheidend zur Akademisierung der Sozialen Arbeit beigetragen.
Schreiben über Zuwendungen für den Kursus "Neuer Start ab 35"

‚Neuer Start ab 35‘ – Frauen finden zurück zu sich selbst und in den Beruf

Vivien Helmli
Welche beruflichen Möglichkeiten hatten Frauen, die viele Jahre die Hausfrauen- und Mutterrolle übernommen hatten oder lange erwerbslos gewesen waren? Das Projekt ‚Neuer Start ab 35‘ unterstützte Frauen dabei sich neuzuorientieren und wieder in den Beruf einzusteigen.
Plakat: Vernetzungsstruktur "Früchte der Kongresse"

Netzwerken in der naturwissenschaftlich-technischen Frauenbewegung

Celina Imm
Der Arbeitskreis der „MINT-Mütter“ dokumentiert sein Wirken seit den 1980er Jahren. Dazu zählt ein dichtes Geflecht von Frauen-Netzwerken. Ein Blick zurück auf die Vernetzungsstrategien der damaligen Vereine, Arbeitskreise, Ortsgruppen.
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