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Die Mitarbeiterinnen Christa Müller (hinten Mitte), Barbara Weber, Adelheid Zöfelt, Heidi Stein in einem Büroraum mit unbekannten Personen
FFBIZ - das feministische Archiv e.V.

Die Zeitschrift Courage

verfasst von
  • Friederike Mehl
veröffentlicht 28. Juli 2021
Die Courage (1976–1984) war eine der bekanntesten und einflussreichsten feministischen Zeitschriften ihrer Zeit in der BRD. Anhand der Publikation, die sich an Frauen in und außerhalb der Bewegung richtete, lassen sich viele der heißen Debatten und streitbaren Positionen der Frauenbewegungen nachvollziehen. Die Hefte bieten zudem tiefe Einblicke in die Arbeitsweise des West-Berliner Redaktionskollektivs, das sie herausgab.
Fußnoten Ausgewählte Publikationen Verwandte Themen

Themen

  • Kultur, Kunst & Medien

„Wir wollen [...] Frauen zu Wort kommen lassen“1In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2.

„Wir wollen über aktuelle Ereignisse informieren, Mißstände aufdecken und anprangern, einzelne Frauen und Gruppen von Frauen zu Wort kommen lassen, über ihre Erfahrungen und Initiativen berichten“2Ebenda., kündigte die frisch gegründete Redaktion der feministischen Monatszeitschrift Courage im Juni 1976 an. Die Westberliner Gruppe bestand aus etwa zehn Frauen, junge, teils erwerbslose Akademikerinnen und Studentinnen, die sich aus dem Frauenzentrum in Kreuzberg und dem Lesbischen Aktionszentrum in Schöneberg kannten.3Notz, Gisela: Courage – Wie es begann, was daraus wurde und was geblieben ist, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte. Die „Berliner Frauenzeitung Courage“ und die autonomen Frauenbewegungen der 1970er und 1980er Jahre, Bonn 2007, S. 23–56, hier S. 23 und 39; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1. Sie wollten einen Gegenentwurf zu den gängigen Frauenzeitschriften auf den Weg bringen, die sie als eine Quelle des patriarchalen Frauenbildes betrachteten.4FFBIZ – Das feministische Archiv (im Folgenden FFBIZ), F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer. Als Sprachohr der Neuen Frauenbewegung sollte das Heft zudem „den Einfluss der Frauenbewegung systematisch und kontinuierlich ausweiten“.5Ebenda. Dabei richteten sich die Macherinnen nicht allein an Aktivistinnen, sondern explizit auch an Frauen, „die nicht in der Frauenbewegung arbeiten“.6In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg, 1976, H. 0, S. 2.

Redaktionssitzung / Seite 1
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Mitarbeiterinnen sitzen während einer Besprechung in den Redaktionsräumen an einem Tisch

„Uns interessiert alles“7Ebenda.

Im Juni 1976 verkündete die Courage-Redaktion in ihrer sogenannten Nullnummer, einer Probenummer, ihre Schwerpunkte: „Uns interessiert alles: Arbeit, Weiterbildung, Kultur, Gesellschaft und Politik, Frauen in anderen Ländern, Geschichte der Frauen, alte Frauen, Psychologie, Sexualität, Medizin, Frauenbewegung, Justiz.“8Ebenda. Die Themen fanden aus der Bewegung ins Heft, indem Aktivistinnen direkt eingebunden wurden: „Nicht, weil wir keine professionellen Journalistinnen wären, [...] sondern weil wir uns zum Ziel gesetzt haben, einzelne Frauen und Frauengruppen selbst zum Schreiben anzuregen und zu Wort kommen zu lassen.“9In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1. Die Beziehung zwischen Leserinnen, Bewegung und Redaktion war entsprechend durchlässig. 1978 verkündete die Redaktion: „Gut zwei Drittel der Artikel jeder Nummer werden von Leserinnen geschrieben, die meisten von ihnen haben vorher noch nie veröffentlicht.“10Plogstedt, Sibylle / Arnholdt, Monika: Wer sind die Courage-Leserinnen?, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 11, S. 22–29, hier S. 22. Dazu wurde monatlich zu „öffentlichen Redaktionssitzungen“  eingeladen.11In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1.

Die Rubriken im Heft veränderten sich im Laufe der Zeit. Die meisten Hefte hatten einen Themenschwerpunkt – beispielsweise „Landleben“12Courage, 3. Jg., 1978, H. 6., „Eifersucht“13Courage, 5. Jg., 1980, H. 10. oder „Als Jüdin in Deutschland“14Courage, 7. Jg., 1982, H. 11. –, der in mehreren Beiträgen behandelt wurde. Dazu wurden aktuelle Aktionen und Diskussionen der Frauenbewegung der BRD abgebildet (wobei der Fokus, so monierten einige Leserinnen, oft auf West-Berliner Gegebenheiten lag). Auch die Entwicklung der Bewegungen in anderen Ländern wurde beleuchtet. Buch- und Filmrezensionen informierten über den (anti)feministischen Gehalt neuer Veröffentlichungen. Als wichtiges Netzwerkorgan druckte die Courage Adressen und Termine von Frauenzentren, -buchläden, -bildungs- und -beratungsangeboten ab. In Kleinanzeigen suchten Frauen Partnerinnen, Politgruppenmitglieder und Mitbewohnerinnen. Auch Werbung war in jeder Ausgabe geschaltet, „ein Balanceakt zwischen Geldverdienen und Unterstützung“.15In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 11, S. 2.

„Wer sind die Courage-Leserinnen?“16Plogstedt / Arnholdt: Wer sind die Courage-Leserinnen?, S. 22.

Ursprünglich planten die Courage-Frauen eine Auflage von 5.00017In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 3, S. 1. – und hatten damit ihr Zielpublikum unterschätzt. Beim dritten Heft erreichte die Auflage 22.000, im Februar 1977 stieg sie auf 35.000 Exemplare.18Notz, Gisela: Courage – Wie es begann, S. 23–56, hier S. 28; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 3, S. 1. Der regionalen Verbreitung über alternative Infrastrukturen wie „Frauenbuchläden, die Frauenzentren, den linken Buchhandel“19FFBIZ, F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer. folgte ab 1977 der bundesweite Vertrieb.20In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 2 f, hier S. 2; Impressum, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 59. In den späten 1970er-Jahren wurde die Courage 70.000mal gedruckt – und von noch mehr Menschen gelesen, da die Hefte im Bewegungskontext, unter Freundinnen und in Beziehungen weitergereicht wurden.21Notz: Courage – Wie es begann, S. 28; Plogstedt / Arnholdt: Wer sind die Courage-Leserinnen?, S. 22.

Redaktionsraum der Frauenzeitung Courage / Seite 1
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Büroraum mit älteren Büromöbeln, Schreibmaschine, Telefon und Büroutensilien

Die Leserinnen nahmen nicht nur als Autorinnen regen Einfluss auf das Heft. Sie lobten die Courage in ihren (in Auszügen in jedem Heft abgedruckten) Briefen, äußerten aber auch viel Kritik an Meinungen, Auslassungen, Schreibstil und Layout. Ihre Stimmen zeigen, wie schwer es war, die vielen Themen und Perspektiven der Frauenbewegung abzubilden.

„Wir müssen alle alles lernen“22In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 3, S. 2.

Die Courage-Redaktion hatte ihren Sitz in der Bleibtreustraße 48 im Bezirk Charlottenburg. Die Frauen arbeiteten als Kollektiv, die meisten ohne journalistische Erfahrung.23In eigener Sache. Autonomie und Konkurrenz, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1; In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 2 f, hier S. 2; Notz: Courage – Wie es begann, S. 23–56, hier S. 39. In der Nullnummer kündigte die Gruppe an, die Zeitschrift werde „ein gemeinsamer Lernprozess aller beteiligten und interessierten Frauen sein“.24In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2. Redaktionsinterne Konflikte wurden im Heft zur Debatte gestellt und bieten tiefe Einblicke in die Arbeitsweise, Entscheidungsprozesse und Streits der Gruppe. Der gemeinsame Lernprozess beinhaltete nicht nur, dass jede Mitarbeiterin grundsätzlich Aufgaben aller Art übernehmen konnte, „sei es Anzeigen besorgen, Abos verschicken, Artikel korrigieren, schreiben oder diskutieren“.25In eigener Sache. Autonomie und Konkurrenz, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1. Es bestand auch die Erwartung, die Arbeitsteilung regelmäßig zu rotieren, um Hierarchien vorzubeugen, die sich „[a]us dem Anspruch der ‚Fachkompetenz‘ [...] herausbilden“.26In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 3, S. 2. Dieser Ansatz erwies sich nicht immer als praktikabel. Nach intensiven Debatten bildeten die Frauen schließlich eine Geschäftsführung, eine Finanzgruppe und eine Aboverwaltung. Dazu entwickelte sich eine Unterscheidung zwischen „Redaktions- und Layoutfrauen“, die für viel Zwist sorgte.27Notz: Courage – Wie es begann, S. 42 f.

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Ingrid Schulte im Layoutraum heftet Seiten aus einer Ausgabe der Courage an eine Pinnwand
Mitarbeiterinnen der Frauenzeitung Courage / Seite 1
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Ingrid Schulte (rechts) und Heidi Stein (links) in der Aboabteilung
Frauenzeitschrift "Courage" / Seite 1
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Cornelia ?, Henrike Seringhaus und Monika Schmidt beim Ausschneiden und Zeichnen an einem Arbeitstisch in den Redaktionsräumen

„Jetzt versteht Ihr vielleicht, warum die Courage nicht eine Mark kosten kann“28In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 4, S. 1.

Der Start der Courage wurde aus den Einnahmen eines Frauenfestes im Juni 1976 sowie aus Spenden und Krediten finanziert.29FFBIZ, F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer; Notz, Gisela, 2008: Die Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.3.2018 unter <a href="http://library.fes.de/courage/courage-einl.html" target="_blank">http://library.fes.de/courage/courage-einl.html</a&gt;; Notz: Courage &ndash; Wie es begann, S. 27. Zu Beginn arbeitete die Redaktion unentgeltlich. Erst im Juni 1978 verkündeten die Frauen stolz: „Heute arbeitet niemand mehr umsonst.“30In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 6, S. 2. Die Bezahlung war einheitlich, am Stellenumfang orientiert und richtete sich zunächst auch danach, ob eine Frau anderswo verdiente: „Alle Frauen, die voll bei der Courage arbeiten, [sollten] 800 Mark im Monat haben [...] wer 400 Mark woanders verdiente, bekam 400 von der Courage dazu, wer nichts verdiente, erhielt 800 Mark und wer 800 Mark und mehr verdiente oder sonst in ihrem Unterhalt versorgt war, erhielt nichts.“31Ebenda. Ab 1978 galt ein neues Modell: „Jede 1/4 Stelle bedeutet 200 Mark, d.h. die 1 /2 Stelle 400, die ganze 800 Mark.“32Ebenda. Die Vergütung für eine Vollzeitstelle erreichte 1.000 Mark, bevor Finanzkrisen dazu führten, dass die Löhne sanken und die Frauen schließlich wieder unentgeltlich arbeiteten.33Notz: Courage &ndash; Wie es begann, S. 41 und 46. Autorinnen und Fotografinnen erhielten für ihre Beiträge allenfalls eine Aufwandsentschädigung.34In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 6, S. 2.

Tag der offenen Tür / Seite 1
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Die Mitarbeiterinnen Christa Müller (hinten Mitte), Barbara Weber, Adelheid Zöfelt, Heidi Stein in einem Büroraum mit unbekannten Personen

Bis zur Insolvenz des Blatts sollten die Finanzen ein Kernthema der Courage bleiben. Die Zeitschrift war ohne Profitmotiv und mit geringen betriebswirtschaftlichen Kenntnissen gegründet worden. Letztere erarbeiteten sich die Frauen im laufenden Betrieb. In Krisenzeiten wandte sich die Redaktion stets an die Leserinnen. Detaillierte Listen der Einnahmen und Ausgaben sowie lange Erklärungen der roten Zahlen füllen viele Leitartikel.35In eigener Sache, in: Courage, 5. Jg., 1980, H. 1, S. 2. Interne Lösungsstrategien („Wir hören auf, auf Courage-Kosten unser tägliches Essen einzukaufen“36Ebenda.) wurden begleitet von Bitten um Aboabschlüsse, Spenden, Kredite und (später) das Zeichnen von Anleihen37Bspw. In eigener Sache, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 3, S. 2. – denen die Leserinnen bis zuletzt nachkamen.38In eigener Sache, in: Courage, 5. Jg., 1980, H. 2, S. 2; Briefe, in: Die w&ouml;chentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 11.

„Wer heute im Ernst Zeitung macht, tut uns leid“39Plogstedt, Sibylle: In eigener Sache, in: Die w&ouml;chentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 15, S. 2.

Von Beginn der 1980er-Jahre an verdichteten sich die finanziellen Krisen des Projekts. Ab April 1984 erschien die Wöchentliche Courage, eine überarbeitete Ausgabe mit neuer Gestaltung und neuem Turnus, die das Projekt aus den roten Zahlen retten sollte. Stattdessen ging die Courage pleite.

Die Gründe für den Konkurs waren vielfältig. Finanzfrau Doris Fürstenberg machte die sinkende Auflage und ausbleibende Einnahmen der Courage-Sonderhefte verantwortlich. Auch die Inhalte hätten jedoch eine Rolle gespielt: „Eine zersplitterte Bewegung unter einen Zeitungshut bringen? Ganz schön schwer.“40F&uuml;rstenberg, Doris: Mutter Courage fri&szlig;t ihre Kinder, in: Die w&ouml;chentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 6. Während ein „Managementfehler“41Doris F&uuml;rstenberg zitiert in Notz, Gisela: Courage &ndash; Wie es begann, S. 23&ndash;56, hier S. 45. die Hauptursache für die Einstellung der Courage war, lässt die finale Ausgabe auch die schlechte Moral der Redaktion erahnen: „[D]ie Arbeit, so wie wir sie in der letzten Zeit gemacht haben, [ist] eine Zumutung“, schreibt Christa Müller.42M&uuml;ller, Christa: Mut zum Ende oder macht kaputt was Euch kaputt macht, in: Die w&ouml;chentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 4. Zwei Setzerinnen monieren, die „unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Frauen zwingen uns zu einem Minimal-Konsens, den keine will, und von dem jede behindert wird“.43Anonymus, G. / Domino, Adrian Dadzie: Tusch, in: Ebenda. Von Frust und fehlenden Auseinandersetzungen ist die Rede, von Stress, Dominanzverhalten und zermürbender Fluktuation im Team.44Ebenda; Fortsetzung Pressekommentar, in: Die w&ouml;chentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 13.

Vielleicht war die Courage auch Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Hatte sie doch dazu beigetragen, dass Frauenbewegungsthemen in den Mainstream fanden, „als ordentliche Rubrik ins Kunterbunt eingereiht - ihrer letzten Widerhaken beraubt“45Dormagen, Christel: In eigener Sache, in: Courage, 7. Jg., 1982, H. 3, S. 2., wie Christel Dormagen 1982 warnte. Die Courage war zudem nicht die einzige Zeitschrift, die dieses Schicksal ereilte, so der Historiker Sven Reichardt: „Während zwischen 1970 und 1980 insgesamt 383 unterschiedliche feministische Zeitschriften gezählt werden konnten, gab es Anfang der achtziger Jahre nur noch 40 alternative Frauenzeitschriften.“46Reichardt, Sven: Authentizit&auml;t und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und fr&uuml;hen achtziger Jahren, Berlin 2014, S. 245.

„Was kann Courage für die Zukunft sein?“47Janshen, Doris: Was kann Courage f&uuml;r die Zukunft sein?, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, S. 70&ndash;73, hier S. 70.

Die Gründung der Courage markierte das erstarkte Selbst- und Sendungsbewusstsein der Frauenbewegung Mitte der 1970er-Jahre. Die Debatten um ihr Erbe haben gerade erst begonnen. 2006 fasste Courage-Frau Christa Wichterich die Bedeutung der Zeitschrift auf einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung folgendermaßen zusammen: „Der Dilettantismus von damals [hatte] nicht nur Charme, sondern auch eine historische basisdemokratische und bewegungspolitische Bedeutung.“48Wichterich, Christa: Die Courage hat mein Feminismusverst&auml;ndnis eindeutig beeinflusst, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, S. 62&ndash;67, hier S. 65; &bdquo;Als die Frauenbewegung noch Courage hatte&ldquo;, Veranstaltung am 17.6.2006 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin, dokumentiert in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, Bonn 2007. Trotzdem die Zeitschrift seit 2008 online verfügbar ist, steht die Erforschung ebenjener Bedeutung bis dato aus.49Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2008: Online-Edition der Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.3.2018 unter <a href="http://library.fes.de/courage/" target="_blank">http://library.fes.de/courage/</a&gt;.

Veröffentlicht: 28. Juli 2021
Lizenz (Text)
CC BY-NC-SA 4.0

Verfasst von:

Friederike Mehl

hat Anglistik, Geschichte und Kulturwissenschaften studiert (M.A.) und arbeitet seit 2013 in Bewegungsarchiven, zuletzt im FFBIZ – das feministische Archiv und im Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek.

Empfohlene Zitierweise

Friederike Mehl (2021): Die Zeitschrift Courage, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/themen/die-zeitschrift-courage
Zuletzt besucht am: 18.08.2026
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0
Rechteangabe
  • Friederike Mehl
  • Digitales Deutsches Frauenarchiv
  • CC BY-NC-SA 4.0

Fußnoten

  1. 1 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2.
  2. 2 Ebenda.
  3. 3 Notz, Gisela: Courage – Wie es begann, was daraus wurde und was geblieben ist, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte. Die „Berliner Frauenzeitung Courage“ und die autonomen Frauenbewegungen der 1970er und 1980er Jahre, Bonn 2007, S. 23–56, hier S. 23 und 39; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1.
  4. 4 FFBIZ – Das feministische Archiv (im Folgenden FFBIZ), F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer.
  5. 5 Ebenda.
  6. 6 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg, 1976, H. 0, S. 2.
  7. 7 Ebenda.
  8. 8 Ebenda.
  9. 9 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1.
  10. 10 Plogstedt, Sibylle / Arnholdt, Monika: Wer sind die Courage-Leserinnen?, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 11, S. 22–29, hier S. 22.
  11. 11 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1.
  12. 12 Courage, 3. Jg., 1978, H. 6.
  13. 13 Courage, 5. Jg., 1980, H. 10.
  14. 14 Courage, 7. Jg., 1982, H. 11.
  15. 15 In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 11, S. 2.
  16. 16 Plogstedt / Arnholdt: Wer sind die Courage-Leserinnen?, S. 22.
  17. 17 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 3, S. 1.
  18. 18 Notz, Gisela: Courage – Wie es begann, S. 23–56, hier S. 28; In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 3, S. 1.
  19. 19 FFBIZ, F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer.
  20. 20 In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 2 f, hier S. 2; Impressum, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 59.
  21. 21 Notz: Courage – Wie es begann, S. 28; Plogstedt / Arnholdt: Wer sind die Courage-Leserinnen?, S. 22.
  22. 22 In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 3, S. 2.
  23. 23 In eigener Sache. Autonomie und Konkurrenz, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1; In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 2, S. 2 f, hier S. 2; Notz: Courage – Wie es begann, S. 23–56, hier S. 39.
  24. 24 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 0, S. 2.
  25. 25 In eigener Sache. Autonomie und Konkurrenz, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 2, S. 1.
  26. 26 In eigener Sache, in: Courage, 2. Jg., 1977, H. 3, S. 2.
  27. 27 Notz: Courage – Wie es begann, S. 42 f.
  28. 28 In eigener Sache, in: Courage, 1. Jg., 1976, H. 4, S. 1.
  29. 29 FFBIZ, F Rep. 10 Berlin 11 d (3151) Courage-Flyer; Notz, Gisela, 2008: Die Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.3.2018 unter http://library.fes.de/courage/courage-einl.html; Notz: Courage – Wie es begann, S. 27.
  30. 30 In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 6, S. 2.
  31. 31 Ebenda.
  32. 32 Ebenda.
  33. 33 Notz: Courage – Wie es begann, S. 41 und 46.
  34. 34 In eigener Sache, in: Courage, 3. Jg., 1978, H. 6, S. 2.
  35. 35 In eigener Sache, in: Courage, 5. Jg., 1980, H. 1, S. 2.
  36. 36 Ebenda.
  37. 37 Bspw. In eigener Sache, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 3, S. 2.
  38. 38 In eigener Sache, in: Courage, 5. Jg., 1980, H. 2, S. 2; Briefe, in: Die wöchentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 11.
  39. 39 Plogstedt, Sibylle: In eigener Sache, in: Die wöchentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 15, S. 2.
  40. 40 Fürstenberg, Doris: Mutter Courage frißt ihre Kinder, in: Die wöchentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 6.
  41. 41 Doris Fürstenberg zitiert in Notz, Gisela: Courage – Wie es begann, S. 23–56, hier S. 45.
  42. 42 Müller, Christa: Mut zum Ende oder macht kaputt was Euch kaputt macht, in: Die wöchentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 4.
  43. 43 Anonymus, G. / Domino, Adrian Dadzie: Tusch, in: Ebenda.
  44. 44 Ebenda; Fortsetzung Pressekommentar, in: Die wöchentliche Courage, 9. Jg., 1984, H. 21, S. 13.
  45. 45 Dormagen, Christel: In eigener Sache, in: Courage, 7. Jg., 1982, H. 3, S. 2.
  46. 46 Reichardt, Sven: Authentizität und Gemeinschaft. Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren, Berlin 2014, S. 245.
  47. 47 Janshen, Doris: Was kann Courage für die Zukunft sein?, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, S. 70–73, hier S. 70.
  48. 48 Wichterich, Christa: Die Courage hat mein Feminismusverständnis eindeutig beeinflusst, in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, S. 62–67, hier S. 65; „Als die Frauenbewegung noch Courage hatte“, Veranstaltung am 17.6.2006 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin, dokumentiert in: Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte, Bonn 2007.
  49. 49 Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2008: Online-Edition der Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.3.2018 unter http://library.fes.de/courage/.

Ausgewählte Publikationen

  • Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung, 2008: Online-Edition der Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.03.2018 unter
    http://library.fes.de/courage/
  • Hüttner, Bernd (Hg.): Verzeichnis der Alternativmedien 2006/07, Neu-Ulm 2006.
  • Klaus, Elisabeth / Wischermann, Ulla: Journalistinnen. Eine Geschichte in Biographien und Texten 1848 – 1990, Berlin / Münster / Wien / Zürich / London 2013.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/77223423Xgenderwissen
  • Notz, Gisela (Hg.): Als die Frauenbewegung noch Courage hatte. Die „Berliner Frauenzeitung Courage“ und die autonomen Frauenbewegungen der 1970er und 1980er Jahre, Bonn 2007.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/33012ffbiz
  • Notz, Gisela, 18.10.2006: Frauen machen Druck, Zugriff am 20.03.2018 unter
    https://jungle.world/artikel/2006/42/frauen-machen-druck
  • Notz, Gisela, 2008: Die Frauenzeitschrift Courage, Zugriff am 20.03.2018 unter
    http://library.fes.de/courage/courage-einl.html
  • Plogstedt, Sibylle: Frauenbetriebe. Vom Kollektiv zur Einzelunternehmerin. Königstein/Taunis 2006.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/26421ffbiz
  • Susemichel, Lea / Rudigier, Saskya / Horak, Gabi (Hg.): Feministische Medien. Öffentlichkeiten jenseits des Malestream, Königstein/Taunus 2008.
    https://www.meta-katalog.eu/Record/40685genderbib

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Die von 1989 bis 1993 erschienene Lesbenzeitschrift frau anders galt als Sprachrohr lesbischer Bewegungen in der DDR und Ostdeutschland. Heute ist sie eine der wichtigsten Quellen, um die ostdeutsche Lesbenbewegung der Wendezeit zu verstehen.
Flugblatt mit der Überschrift "Frauen aus Naturwissenschaft und Technik treffen sich in Hamburg 6.-8.1.1978"

Technotopia: Technikutopien und Technikkritik in der Neuen Frauenbewegung

Verfasst von
Berit Schallner
Der Umgang mit Technik und technischer Innovation wurde in der Neuen Frauenbewegung von Anfang an lebhaft diskutiert. Vor allem Frauen aus den naturwissenschaftlichen und technischen Berufen traten früh für eine kritische Aneignung technischer Errungenschaften ein.
Trude Fleischmann (1895–1990); US-amerikanische Fotografin österreichischer Herkunft.

Fotografinnen der ersten Frauenbewegung

Verfasst von
Sabine Toppe
Weltbekannte Fotografinnen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts spielten wichtige Rollen in der Frauenbewegung. Das noch neue Berufsfeld Fotografie eröffnete insbesondere Frauen aus dem Bürgertum, viele mit jüdischen Wurzeln, neue Erwerbsmöglichkeiten und die Verbreitung anderer Frauenbilder.
Eine Gruppe vor dem Grabstein von Auguste Schmidt

Zeit der Veränderung schafft Zeit für Frauengeschichte

Verfasst von
Laura Peter
Kathrin Will
Die 1990er-Jahre in Ostdeutschland waren geprägt von starken gesellschaftlichen Veränderungen und werden Transformationszeit genannt. Insbesondere Frauen waren davon betroffen. Vor diesem Hintergrund begannen in Leipzig verschiedene Akteur:innen, sich für Frauengeschichte einzusetzen.
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