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Sexueller Mißbrauch an Mädchen ist Gewalt : Dokumentation eines Öffentlichkeitsprojektes / Seite 1
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Alltäglicher Schrecken: der feministische Kampf gegen sexualisierte Gewalt in der Kindheit

verfasst von
  • Berit Schallner
veröffentlicht 20. Mai 2026
Die autonome Frauenbewegung war entscheidend an der Aufklärung über sexualisierten Missbrauch von und Gewalt an Kindern beteiligt. Zahlreiche ihrer Aktivistinnen gehörten zu den Pionierinnen neuer Konzepte des Opferschutzes und des Aufbaus von Anlaufstellen für Betroffene.
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Themen

  • Politik, Recht & Gesellschaft
  • Gewalt
  • Körper & Sexualität

Hinweis: Dieser Essay thematisiert den feministischen Kampf gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Wir bitten darum, vor dem Lesen zu prüfen, ob eine Auseinandersetzung mit dem Thema aktuell möglich ist. Bei persönlicher Betroffenheit können Gespräche helfen mit vertrauten Personen oder im Rahmen von Unterstützungsangeboten wie dem Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch oder dem Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.

Die sexuelle Revolution erreichte West-Deutschland in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre. Ihr vorausgegangen war eine weitreichende „Kommerzialisierung, Liberalisierung und Politisierung von Sexualität“1<p>Herzog, Dagmar: Die Politisierung der Lust. Sexualität in der deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, München 2005, S. 173.</p>. Der Wandel  hin zur Konsumentengesellschaft, ihrer Massenmedien und Werbung veränderte auch den Umgang mit „Sittlichkeitsfragen“ – dem Label, unter dem bis dahin sexuelle Moral verhandelt worden war.2<p>Zum Wandel von der Sittlichkeit zur Selbstbestimmung im Recht, vgl.: Walter, Franz: „In dubio pro libertate“ – Sexualstrafrecht im gesellschaftlichen Wandel, in: Neef, Tobias / Albrecht, Daniel: Sexualität und Herrschaft. Von der Politisierung des Orgasmus, in: Walter, Franz et al. (Hg.): Die Grünen und die Pädosexualität. Eine bundesdeutsche Geschichte, Göttingen 2015, S. 108–135.</p> Die Medienprodukte der Neuen Linken unterschieden sich in ihrer Vermarktung von Frauen- und Mädchenkörpern in den 60er-Jahren häufig kaum von den etablierten Medien, auch wenn sich ihre Protagonisten von der Sexualisierung der Konsumkultur zu distanzieren versuchten.3<p>Bremme, Bettina: Sexualität im Zerrspiegel: Die Debatte um Pornographie, Münster/New York 1990, S. 99–103; Herzog, Dagmar: Politisierung der Lust, S. 190; Steinbacher, Sybille: Als der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik, München 2011, S. 338 f.</p> Damit einher ging eine umfassende Entgrenzung und Enttabuisierung des Sexuellen, die in eine Debatte über die Möglichkeit ‚gewaltfreier‘ sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern mündeten. Besonders in Bezug auf Mädchen verwischten zeitgenössische Medien schon früh alle Grenzen. Die linke Zeitschrift Konkret zum Beispiel druckte  nackte, sexualisierte Zwölfjährige auf ihr Cover; bald zogen auch die liberalen Medien nach.4<p>Vgl. FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript.</p> In den psychiatrischen Wissenschaften vertraten nicht wenige ForscherInnen Thesen, die von einer Mitschuld der Mädchen, zumindest aber von einer „Verstrickung“ ausgingen und von der „Verführung“ erwachsener Männer durch minderjährige Mädchen schwadronierten.5<p>Schönfeld, Thea: Die Initiative des Opfers, in: von Stockert, Franz Günther (Hg.): Das sexuell gefährdete Kind: Vorträge gehalten auf dem 8. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung vom 25. bis 27. Mai 1964 in Karlsruhe, 1. Teil, Stuttgart 1965, S. 109–115; Schönfeld, Thea: Die Rolle des Mädchens bei Sexualdelikten, Stuttgart 1968; Neef, Tobias: Sexualität und Herrschaft, S. 72.</p> Ähnliches berichten zum Beispiel Barbara Kavemann und Ingrid Lohstöter in ihrem Pionierwerk Väter als Täter über MitarbeiterInnen der Jugendämter.6<p>Kavemann, Barbara / Lohstöter, Ingrid: Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Hamburg 1984, S. 36&nbsp;ff.</p> 

Väter als Täter : sexuelle Gewalt gegen Mädchen ; "Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe" / Seite 1
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Väter als Täter : sexuelle Gewalt gegen Mädchen ; "Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe", 1984

In dieser Debatte, die überwiegend auf die Täter schaute, etablierten feministische Akteurinnen erstmals konsequent die Perspektive der Betroffenen.7<p>Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, in: Westfälische Forschungen 2022, Nr. 72, S. 347–365.</p> 

Ein Vortrag in New York

1971 sprach die us-amerikanische Sozialarbeiterin Florence Rush auf der denkwürdigen ‚Rape-Conference‘ der New York Radical Feminists über den sexuellen Missbrauch von Kindern und insbesondere Mädchen.8<p>Der Vortrag ist abgedruckt in: Rush, Florence: The Sexual Abuse of Children: A Feminist Point of View, in:&nbsp;<a href="https://archive.org/search.php?query=creator%3A%22Connell%2C+Noreen%2C+…">Connell, Noreen</a> /&nbsp;<a href="https://archive.org/search.php?query=creator%3A%22Wilson%2C+Cassandra%2…" target="_blank" title="Rape: The first sourcebook for women">Wilson, Cassandra</a> (Hg.): Rape: The first sourcebook for women,&nbsp;New York 1974, S. 64–75.</p> Auf knapp zehn Seiten entwickelte sie eine neue Perspektive auf sexualisierten Kindesmissbrauch, indem sie ihn mithilfe feministischer Erkenntnisse zur Sexualgewalt als patriarchale Machtdemonstration analysierte. Ihre Auseinandersetzung mit der vorhandenen Empirie sowie ihren eigenen Erfahrungen als Sozialarbeiterin mündeten in einer Fundamentalkritik der bisherigen Analysen und Praktiken zur Bekämpfung von Sexualgewalt gegen Kinder. In ihrem Vortrag thematisierte sie die zahlreichen Mythen, die sich rund um das Thema der sexualisierten Gewalt sowie den Umgang mit ihr rankten. Sie sprach über die große Täterfreundlichkeit der Forschung, die fehlende Berücksichtigung der Perspektive der Betroffenen, die von Justizbehörden, Gesellschaft und Forschung häufig sogar in die Mitverantwortung genommen würden, die weite Verbreitung von Sexualgewalt in allen Bevölkerungsschichten, die mangelhafte Empirie, die vielen Analysen zugrunde lag, sowie die Tatsache, dass laut existierender Untersuchungen eine überwältigende Mehrheit der Opfer Mädchen und die Täter fast ausschließlich Männer waren. 

Die Schlüsse, die Rush aus ihren Überlegungen zog, stellten sämtliche zeitgenössische Mythen und Vorstellungen über sexuellen Missbrauch auf den Kopf9<p>Paraphrasiert nach: Rush: The Sexual Abuse of Children, S. 64–75.</p>:
Erstens sei der Missbrauch von Mädchen integraler Bestandteil patriarchaler Gewalt. Deshalb würde er – zweitens – gesellschaftlich nicht ernstgenommen, sondern rationalisiert, belächelt und geduldet durch eine Moral, die männliche sexuelle Aggression bejubelt und weiblichen Schmerz, Demütigung und Wut leugne. Er sei – drittens – auch deshalb erlaubt, weil er Mädchen auf ihre spätere untergeordnete Rolle vorbereite, in der sie durch Scham, Angst und Schuldgefühle die männliche Macht über sich dulden. Viertens – und das war in einer Zeit, in der, wenn überhaupt, vor dem Fremdtäter im Gebüsch gewarnt wurde, revolutionär – warnte sie davor, dass die Familie kein Schutzraum, sondern oft selbst der Ort sexuellen und anderen Missbrauchs sei. Deshalb müssten – fünftens – Kinderbefreiung und Frauenbefreiung zusammengedacht werden.

Mediale Interventionen

Florence Rushs wichtige Erkenntnisse kamen erst mit großer Verspätung in der BRD an. Erste Impulse kamen hingegen aus Frankreich. Alice Schwarzer, Feministin und Aktivistin der Neuen Frauenbewegung, die zu Beginn der 1970er-Jahre zeitweise in Paris lebte, erinnert sich, dass dort bereits 1973 ein Raubdruck des brasilianischen Romans Die drei Marias kursierte, der das Thema behandelte und die feministische Diskussion darüber in Gang setzte.10<p>FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript, S. 1.&nbsp;</p> Sie selbst griff es einige Jahre später als eine der Ersten in der Bundesrepublik öffentlichkeitswirksam auf: 1978 erschien dazu ein  erstes EMMA-Dossier.11<p>O. A. [Nelson, Sarah]: Das Verbrechen, über das niemand spricht, in: EMMA, 1978, H. 4, S. 20–26.</p> Darin wird bereits die Gefahr der Verwischung des Machtgefälles zwischen Opfer und Täter thematisiert und auf die Bemühungen hingewisen, den Inzest-Paragrafen 176 StGB, der das Strafmaß bei sexuellem Missbrauch von Kindern regelt, zu streichen. Die Autorinnen analysieren auch die fragwürdige Rolle, die die progressive Sexualfoschung in diesem Prozess spielt. Das Dossier enthielt außerdem einen Aufruf an betroffene Mädchen und Frauen, sich zu melden, sowie an Anwältinnen, die Opfer bei Gerichtsverfahren zu unterstützen. 

Die Reaktion war verhalten: „Kein Leserinnenbrief, kein Anruf, - und das in einer Zeit, in der EMMA Waschkörbe voller Briefe auf die Veröffentlichung über die (ferne) Klitorisverstümmelung erhielt.“12<p>Schwarzer, Alice: Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen Köln 2000, S. 111; o. A.: Das bestgehütete Geheimnis, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 10–21, hier: S. 11.</p> Die geringe öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema wird von verschiedener Seite bestätigt: etwa von Frauen, die in den neu entstehenden Frauenhäusern, Selbsthilfegruppen oder Frauenzentren arbeiteten, sowie von SexualtherapeutInnen aus der Sexualforschung, die in Gesprächen, Beratungen und der Arbeit mit Betroffenengruppen selten mit dem Thema konfrontiert wurden.13<p>Vgl. u.a. FMT, FI.09.003, Interview mit Gunter Schmidt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.002, Interview mit Hertha Richter-Appelt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt.</p>  

Wer sich hingegen zunehmend lautstark zu Wort meldete, waren offen pädophile Männer, die sich für die Senkung von Schutzaltersgrenzen einsetzten.14<p>Vgl. u.a.: Stüben, Olaf: Ich liebe Jungs. Pädophilie: Verbrechen ohne Opfer, in: taz, 16.11.1979, in: FMT, PD-SE.05.01; Bernard, Frits: Pädophilie, in: Albrecht-Désiderat, Karin / Pacharzina, Klaus: Sexualität und Gewalt [= Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Sozialforschung, Bd. 1] Bensheim 1979, S. 77–86; Merer, Peter: Kinderschänder?, in: taz, 07.02.1980, dieser und weitere Artikel in: Pressedokumentation: Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen: Pädophilie-Debatte / Strafrechtsdebatten, FMT, PD-SE.05.01.</p> SPD und FDP diskutierten über die Streichung des § 176 StGB. Schwule und Lesben der Alternativen Liste Berlin stellten einen Programmentwurf vor, der die Streichung des § 176 StGB forderte und der in der taz verteidigt wurde. Die Argumentation: Gewaltsame Handlungen an Kindern seien bereits durch andere Strafgesetze abgedeckt (Misshandlung von Schutzbefohlenen, Nötigung). Es gehe „vielmehr darum, den Kindern das Recht auf ein sexuelles Interesse an Erwachsenen zuzugestehen“15<p>Anette: Ist diese Linke noch das Rechte?, in: taz, 3.12.1979, in: FMT, PD-SE.05.01.</p>.

„Ich war außer mir“, so schildert es Schwarzer in der Rückschau. „Ich wusste ja schon, was kann man erreichen mit Veröffentlichungen, die oft einfach total ignoriert werden? […] Also habe ich mich an Günter Amendt gewandt, der ja ein paar Jahre zuvor ‚Sexfront‘ veröffentlicht hatte.[…]. Amendt kam dann nach Köln und wir haben dieses sehr kalkulierte Gespräch, das auf das fortschrittliche Milieu der Sexualwissenschaft und auf die Politik zielte, geführt.“16<p>FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript,S. 4.</p> Die EMMA veröffentlichte das Gespräch und ein Editorial von Schwarzer, in denen die Gefahr, die in dieser  Entwicklung steckte, klar analysiert wurden. 

§ 176 StGB blieb bestehen. In den Folgejahren gab es jedoch immer wieder Versuche, zivilgesellschaftliche Organisationen und Parteien für seine Abschaffung zu instrumentalisieren, so zum Beispiel die 1980 gegründeten Grünen.17<p>Institut für Demokratieforschung, 08.12.2013: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt, Zugriff am 13.06.2024 unter&nbsp;<a href="https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-…" target="_blank" title="Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext.">https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-…; 1981 legte EMMA mit einem Bericht der Rechtsmedizinerin Elisabeth Trube-Becker nach, die sich bereits seit Langem, aber von der Öffentlichkeit wenig beachtet, für misshandelte Kinder einsetzte.18<p>Trube-Becker, Elisabeth: Spuren von Gewalteinwirkung, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 14 f.</p> Außerdem veröffentlichte sie einen Vorabdruck der vom sub rosa frauenverlag (später Orlanda) vorgelegten Übersetzung des Pionierwerkes von Florence Rush, Das bestgehütete Geheimnis, in dem sie ihre bahnbrechenden Thesen von 1971 vertiefte.19<p>Rush, Florence: Das bestgehütete Geheimnis: sexueller Kindesmissbrauch, Berlin 1982.</p> Die vollständige Übersetzung erschien 1982 und wurde ein Meilenstein im Kampf gegen in der Kindheit erfahrene sexualiserte Gewalt. 

Auch andere feministische Zeitschriften berichteten jetzt, so zum Beispiel die Courage.20<p>Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest, in: Courage, 7. Jg., 1982, H. 11, S. 29, Zugriff am 12.06.2023 unter&nbsp;<a href="https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01197&amp;dok=198211&am…" target="_blank" title="Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest">https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01197&amp;dok=198211&am…;; Rosenberg, Barbara: Das Schmerzliche Aussprechen: sexueller Missbrauch in der Familie, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 7, S. 48&nbsp;f, Zugriff am 12.06.2023 unter&nbsp;<a href="https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01313&amp;dok=198307&am…" target="_blank" title="Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest">https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01313&amp;dok=198307&am…;; Kavemann, Barbara: Schliesslich war ja nichts passiert: sexueller Missbrauch, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 2, S. 58&nbsp;f, Zugriff am 12.06.2023 unter&nbsp;<a href="https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01248&amp;dok=198302&am…" target="_blank" title="Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest">https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01248&amp;dok=198302&am…; Und die etablierte Presse nahm sich des Themas nun ebenfalls an, so zum Beipiel die Frauenzeitschrift Brigitte.21<p>Miller, Alice: Die Not der kleinen Mädchen, in: Brigitte, 1982, H. 19, S. 114–119.</p> 1984 veröffentlichten Barbara Kavemann und Ingrid Lohstöter das Buch Väter als Täter, das zusammen mit Sabine Zurmühls Fernsehfilm über die erste Selbsthilfegruppe für betroffene Frauen in Berlin, Wildwasser, zum Katalysator für die feministische Selbsthilfe wurde.22<p>FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch:&nbsp;Pope: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.</p>  

Gründungsboom der feministischen Selbsthilfe

Die Frauenbewegung hatte bereits früh die Sexualpolitik in den Mittelpunkt ihrer Analyse gestellt. Mithilfe von Florence Rushs Erkenntnissen sowie den neu erscheinenden, wissenschaftlichen Berichten und Analysen ließ sich endlich auch die sexualisierte Gewalt im familiären Umfeld und in den gesellschaftlichen Institutionen thematisieren. 

Hierdurch ermutigt brachen immer mehr Betroffene ihr Schweigen und wollten Handeln. Doch noch fehlte es dafür an fast allem: an Wissen über Behandlungsmethoden, an entsprechend geschulten SozialarbeiterInnen und TherapeutInnen, an Orten zum Austausch und zur Weiterbildung. Sabine Zurmühls Fernsehfilm über Wildwasser Berlin sowie die Vorträge, die Kavemann und Lohstöter in der ganzen Republik hielten, lösten eine Welle des Engagements und die Gründung zahlreicher weiterer Initiativen aus.23<p>FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch:&nbsp;Pope: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.</p> Auch in den neu gegründeten Frauenhäusern stießen Mitarbeiterinnen auf zahlreiche Fälle, in denen die mit den Müttern ins Frauenhaus geflohenen Kinder vom Täter ebenfalls misshandelt und oft auch sexuell missbraucht worden waren.24<p>Vgl. z.B. Kavemann, Barbara / Lohstöter, Ingrid: Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen. „Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe“, Berlin 1984, S. 14.</p> Auch die Anwältinnen, die sich für diese Frauen einsetzten, waren immer wieder mit solchen Tätern konfrontiert. Gerade die Frauenhäuser suchten nun Kontakt zu lange unbeachtet gebliebenen ExpertInnen wie Elisabeth Trube-Becker.25<p>Vgl. z.B. Ebenda, S. 13; vgl. Gingell, Rebekka: Elisabeth Trube-Becker, Zugriff am 20.05.2026 unter <a href="https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/elisabeth-t…">https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/elisabeth-t…; Es folgten wichtige Tagungen, wie die erste Selbsthilfe-Tagung Strategien der Befreiung in Berlin 198526<p>Hentschel, Gitti: „Wir wehren uns“, in: EMMA, 1985, H. 12, S. 24–31.</p> sowie die Fachtagung zum sexuellen Missbrauch von Mädchen und Frauen 1987 in Köln.27<p>Verein zur Weiterbildung für Frauen e.V. (Hg.): Dokumentation zur Fachtagung „Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen. November 1987 in Köln, Köln 1991², FMT, SE.05.070.</p> 

Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen : Dokumentation zur Fachtagung ; November 1987 in Köln / Seite 1
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Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen: Dokumentation zur Fachtagung; November 1987 in Köln

Dabei mussten die PionierInnen Wissen, Strategien und Methoden erst entwickeln, das neu gewonnene Wissen dann prüfen, systematisieren und schließlich weitergeben. Diese Arbeit geschah meistens ehrenamtlich; die Ausstattung in den entstehenden Beratungsstellen war einfach und improvisiert28<p>FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001; Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch:&nbsp;Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.</p>. 

Und das blieb vorerst so, denn PolitikerInnen waren nur schwer von der Förderung solcher Projekte zu überzeugen, und wenn es gelang, blieb die Unterstützung minimal. 
Denn die bereits 1971 von Rush widerlegten Mythen von der Harmlosigkeit und Seltenheit des sexualisierten Missbrauchs hielten sich bei den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung noch lange. Kontinuierlich klärten die Akteurinnen Öffentlichkeit und Politik deshalb über die weite Verbreitung und die weitreichenden Folgen für die Betroffenen auf. Aber oft wollten diese das gar nicht hören.

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen : Dokumentation einer Fachtagung in Bremerhaven ; Informationen über Anlauf- und Beratungsstellen in Bremerhaven / Seite 1
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Sexuelle Gewalt gegen Mädchen : Dokumentation einer Fachtagung in Bremerhaven
Sexueller Mißbrauch an Mädchen ist Gewalt : Tätigkeitsbericht 1989 / Seite 1
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Sexueller Mißbrauch an Mädchen ist Gewalt : Tätigkeitsbericht, 1989

„Missbrauch des Missbrauchs“: Die Gegenkampagne

Anfang der 1990er-Jahre machte plötzlich das Schlagwort vom Missbrauch des Missbrauchs die Runde. Sexueller Missbrauch und sein epidemisches Ausmaß seien ein Mythos, gepflegt von hysterischen Feministinnen, die überall sexuelle Übergriffe witterten, wo keine seien. Initiatoren des Missbrauch des Missbrauchs-Slogans waren die Lehrerin Katharina Rutschky und der Pädagoge und Alt-68er Professor Reinhart Wolff. Wolff hatte Ende der 1980er-Jahre im Auftrag des Deutschen Kinderschutzbundes die Strategie ‚Hilfe statt Strafe‘ entwickelt, die unter anderem vorsieht, Täter im Rahmen eines „familienorientierten Ansatzes“ nicht von den Opfern zu trennen.29<p>Vgl. dazu ausführlich: Göttinger Institut für Demokratieforschung: Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen innerhalb des Deutschen Kindeschutzbundes. Abschlussbericht, Göttingen 2015; die Zeitschrift EMMA berichtete darüber bereits 1993: o.A: Falsche Kinderfreunde, EMMA, 1993, H. 5, S. 45–50.</p> Rutschky veröffentlichte 1992 im linken konkret-Verlag die Schrift Erregte Aufklärung, in der sie Feministinnen, die sexuellen Missbrauch anprangerten, „Wahnbildung“ und „dogmatische Männerfeindlichkeit“ unterstellte.30<p>Rutschky, Katharina: Erregte Aufklärung. Kindesmißbrauch: Fakten und Fiktionen, Hamburg 1992.</p> Das Buch wurde breit und auch von seriösen Medien positiv rezipiert. Von ‚Missbrauchsmythen‘ und ‚Dunkelzifferhysterie‘ war plötzlich die Rede. 1994 kam es deshalb zu Tumulten, als Wolff und Rutschky ihre Thesen auf einer Konferenz in Berlin diskutieren wollten und wütende Feministinnen ihnen den Strom im Veranstaltungssaal abdrehten.31<p>Vgl. Crnoja, Katja: Hertha Richter-Appelt, S. 6 f [Link auf Text im DDF-Portal einfügen]; vgl. auch: Rutschky, Katharina / Wolff, Reinhard (Hg.): Handbuch Sexueller Mißbrauch, Hamburg 1994.</p>  

Vorausgegangen war dieser Eskalation eine beispiellose Schmutzkampagne, mit der feministische Beratungs- und Selbsthilfe-Einrichtungen im Zuge der umstrittenen Missbrauchsprozesse von Coesfeld und Worms überzogen worden waren.32<p>FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.015, Interview mit Alice Schwarzer, Zusammenschnitt.</p> 

Für die Mitarbeiterinnen der Beratungs- und Therapiezentren war das ein Schock, der gleichzeitig einen weiteren Professionalisierungsschub auslöste.33<p>FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.015, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch:&nbsp;Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.</p> Und schon 1993 veröffentlichte EMMA einen Artikel, in dem sie das gut funktionierende Netzwerk aus pädosexuellenfreundlichen Gutachtern, Rechtsanwälten, Wissenschaftlern und Organisationen wie der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS) aufdeckte. Selbst der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Walter Bärsch, schien in das Netz verstrickt. Und auch Wolff und Rutschky sowie Helmut Kentler gehörten zum Umfeld.34<p>Institut für Demokratieforschung: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt, S. 36 ff; zu Kentler vgl. Schallner, Berit: Grenzenlose Befreiung [Link zum Text im DDF-Portal].&nbsp;</p>  

Ende der 1990er-Jahre meldeten sich die ersten Betroffenen des systematisch und über Jahrezehnte ausgeübten Missbrauchs an der Odenwaldschule.35<p>Schindler, Jörg, 31.01.2019: „Der Lack ist ab“, in: Frankfurter Rundschau, 17.11.1999, Zugriff am 13.06.2024 unter <a href="https://www.fr.de/politik/lack-11620273.html" target="_blank" title="Schindler, Jörg: „Der Lack ist ab“">https://www.fr.de/politik/lack-11620273.html</a>.</p&gt; Aber die weitreichende Verstrickung gesellschaftlicher Institutionen, zumal progressiver – damit wollte sich kaum jemand befassen, außer den Akteurinnen aus den Selbthilfe- und Beratungsstrukturen, die durch die ‚Missbrauch des Missbrauchs‘-Debatte maximal diskreditiert worden waren. Dies sollte sich erst in den 2010er-Jahren wieder ändern, als Parteien und andere Institutionen begannen, die eigene Geschichte kritisch aufzuarbeiten. Für viele Betroffene war das viel zu spät.
 

Veröffentlicht: 20. Mai 2026
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CC BY-SA 4.0

Verfasst von:

Berit Schallner

ist Historikerin und arbeitet seit 2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im FrauenMediaTurm – feministisches Archiv und Bibliothek. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt unter anderem auf der Frauen- und Geschlechtergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und feministischer Ideengeschichte. 

Empfohlene Zitierweise

Schallner, Berit (2026): Alltäglicher Schrecken: der feministische Kampf gegen sexualisierte Gewalt in der Kindheit, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/themen/alltaeglicher-schrecken-der-feministische-kampf-gegen-sexualisierte-gewalt-der-kindheit
Zuletzt besucht am: 15.07.2026
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Rechteangabe
  • Schallner, Berit
  • Digitales Deutsches Frauenarchiv
  • CC BY-SA 4.0

Ausgewählte Akteurinnen

Portrait von Alice Schwarzer

Alice Schwarzer

Portrait von Alice Schwarzer

Alice Schwarzer

Alle Akteurinnen

Fußnoten

  1. 1

    Herzog, Dagmar: Die Politisierung der Lust. Sexualität in der deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, München 2005, S. 173.

  2. 2

    Zum Wandel von der Sittlichkeit zur Selbstbestimmung im Recht, vgl.: Walter, Franz: „In dubio pro libertate“ – Sexualstrafrecht im gesellschaftlichen Wandel, in: Neef, Tobias / Albrecht, Daniel: Sexualität und Herrschaft. Von der Politisierung des Orgasmus, in: Walter, Franz et al. (Hg.): Die Grünen und die Pädosexualität. Eine bundesdeutsche Geschichte, Göttingen 2015, S. 108–135.

  3. 3

    Bremme, Bettina: Sexualität im Zerrspiegel: Die Debatte um Pornographie, Münster/New York 1990, S. 99–103; Herzog, Dagmar: Politisierung der Lust, S. 190; Steinbacher, Sybille: Als der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik, München 2011, S. 338 f.

  4. 4

    Vgl. FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript.

  5. 5

    Schönfeld, Thea: Die Initiative des Opfers, in: von Stockert, Franz Günther (Hg.): Das sexuell gefährdete Kind: Vorträge gehalten auf dem 8. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung vom 25. bis 27. Mai 1964 in Karlsruhe, 1. Teil, Stuttgart 1965, S. 109–115; Schönfeld, Thea: Die Rolle des Mädchens bei Sexualdelikten, Stuttgart 1968; Neef, Tobias: Sexualität und Herrschaft, S. 72.

  6. 6

    Kavemann, Barbara / Lohstöter, Ingrid: Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Hamburg 1984, S. 36 ff.

  7. 7

    Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, in: Westfälische Forschungen 2022, Nr. 72, S. 347–365.

  8. 8

    Der Vortrag ist abgedruckt in: Rush, Florence: The Sexual Abuse of Children: A Feminist Point of View, in: Connell, Noreen / Wilson, Cassandra (Hg.): Rape: The first sourcebook for women, New York 1974, S. 64–75.

  9. 9

    Paraphrasiert nach: Rush: The Sexual Abuse of Children, S. 64–75.

  10. 10

    FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript, S. 1. 

  11. 11

    O. A. [Nelson, Sarah]: Das Verbrechen, über das niemand spricht, in: EMMA, 1978, H. 4, S. 20–26.

  12. 12

    Schwarzer, Alice: Der große Unterschied. Gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen Köln 2000, S. 111; o. A.: Das bestgehütete Geheimnis, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 10–21, hier: S. 11.

  13. 13

    Vgl. u.a. FMT, FI.09.003, Interview mit Gunter Schmidt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.002, Interview mit Hertha Richter-Appelt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt.

  14. 14

    Vgl. u.a.: Stüben, Olaf: Ich liebe Jungs. Pädophilie: Verbrechen ohne Opfer, in: taz, 16.11.1979, in: FMT, PD-SE.05.01; Bernard, Frits: Pädophilie, in: Albrecht-Désiderat, Karin / Pacharzina, Klaus: Sexualität und Gewalt [= Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Sozialforschung, Bd. 1] Bensheim 1979, S. 77–86; Merer, Peter: Kinderschänder?, in: taz, 07.02.1980, dieser und weitere Artikel in: Pressedokumentation: Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen: Pädophilie-Debatte / Strafrechtsdebatten, FMT, PD-SE.05.01.

  15. 15

    Anette: Ist diese Linke noch das Rechte?, in: taz, 3.12.1979, in: FMT, PD-SE.05.01.

  16. 16

    FMT, P03-Schwar-A-06, Interview mit Alice Schwarzer, Transkript,S. 4.

  17. 17

    Institut für Demokratieforschung, 08.12.2013: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt, Zugriff am 13.06.2024 unter https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-Zwischenbericht.pdf.

  18. 18

    Trube-Becker, Elisabeth: Spuren von Gewalteinwirkung, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 14 f.

  19. 19

    Rush, Florence: Das bestgehütete Geheimnis: sexueller Kindesmissbrauch, Berlin 1982.

  20. 20

    Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest, in: Courage, 7. Jg., 1982, H. 11, S. 29, Zugriff am 12.06.2023 unter https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01197&dok=198211&f=198211_029&l=198211_029&c=198211_029; Rosenberg, Barbara: Das Schmerzliche Aussprechen: sexueller Missbrauch in der Familie, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 7, S. 48 f, Zugriff am 12.06.2023 unter https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01313&dok=198307&f=198307_048&l=198307_049; Kavemann, Barbara: Schliesslich war ja nichts passiert: sexueller Missbrauch, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 2, S. 58 f, Zugriff am 12.06.2023 unter https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01248&dok=198302&f=198302_058&l=198302_059.

  21. 21

    Miller, Alice: Die Not der kleinen Mädchen, in: Brigitte, 1982, H. 19, S. 114–119.

  22. 22

    FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch: Pope: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.

  23. 23

    FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch: Pope: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.

  24. 24

    Vgl. z.B. Kavemann, Barbara / Lohstöter, Ingrid: Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen. „Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe“, Berlin 1984, S. 14.

  25. 25

    Vgl. z.B. Ebenda, S. 13; vgl. Gingell, Rebekka: Elisabeth Trube-Becker, Zugriff am 20.05.2026 unter https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/elisabeth-trube-becker. 

  26. 26

    Hentschel, Gitti: „Wir wehren uns“, in: EMMA, 1985, H. 12, S. 24–31.

  27. 27

    Verein zur Weiterbildung für Frauen e.V. (Hg.): Dokumentation zur Fachtagung „Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen. November 1987 in Köln, Köln 1991², FMT, SE.05.070.

  28. 28

    FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.001; Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch: Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.

  29. 29

    Vgl. dazu ausführlich: Göttinger Institut für Demokratieforschung: Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen innerhalb des Deutschen Kindeschutzbundes. Abschlussbericht, Göttingen 2015; die Zeitschrift EMMA berichtete darüber bereits 1993: o.A: Falsche Kinderfreunde, EMMA, 1993, H. 5, S. 45–50.

  30. 30

    Rutschky, Katharina: Erregte Aufklärung. Kindesmißbrauch: Fakten und Fiktionen, Hamburg 1992.

  31. 31

    Vgl. Crnoja, Katja: Hertha Richter-Appelt, S. 6 f [Link auf Text im DDF-Portal einfügen]; vgl. auch: Rutschky, Katharina / Wolff, Reinhard (Hg.): Handbuch Sexueller Mißbrauch, Hamburg 1994.

  32. 32

    FMT, FI.09.001, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.015, Interview mit Alice Schwarzer, Zusammenschnitt.

  33. 33

    FMT, FI.09.010, Interview mit Freya vom Berg, Astrid Peter, Zusammenschnitt; FMT, FI.09.015, Interview mit Christine Gelbhardt, Zusammenschnitt; vgl. auch: Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, S. 347–365.

  34. 34

    Institut für Demokratieforschung: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt, S. 36 ff; zu Kentler vgl. Schallner, Berit: Grenzenlose Befreiung [Link zum Text im DDF-Portal]. 

  35. 35

    Schindler, Jörg, 31.01.2019: „Der Lack ist ab“, in: Frankfurter Rundschau, 17.11.1999, Zugriff am 13.06.2024 unter https://www.fr.de/politik/lack-11620273.html.

Ausgewählte Publikationen

  • Bremme, Bettina: Sexualität im Zerrspiegel. Die Debatte um Pornographie, Münster/New York 1990.
  • Enders, Ursula (Hg.): Zart war ich, bitter war’s. Handbuch gegen sexuellen Missbrauch, Köln 2001.

  • Herzog, Dagmar: Die Politisierung der Lust. Sexualität in der deutschen Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, München 2005.
  • Institut für Demokratieforschung, 08.12.2013: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt, Zugriff am 13.06.2024 unter https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-Zwischenbericht.pdf.

    https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-Zwischen…
  • Kavemann, Barbara / Lohstöter, Ingrid: Väter als Täter. Sexuelle Gewalt gegen Mädchen. „Erinnerungen sind wie eine Zeitbombe“, Berlin 1984.

  • Neef, Tobias / Albrecht, Daniel: Sexualität und Herrschaft. Von der Politisierung des Orgasmus, in: Walter, Franz et al. (Hg.): Die Grünen und die Pädosexualität. Eine bundesdeutsche Geschichte, Göttingen 2015.
  • Nentwig, Teresa: Im Fahrwasser der Emanzipation? Die Wege und Irrwege des Helmut Kentler, Göttingen 2021.
  • o. A.: Das bestgehütete Geheimnis, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 10–21.
  • o. A. [Nelson, Sarah]: Das Verbrechen, über das niemand spricht, in: EMMA, 1978, H. 4, S. 20–26.
  • Pope, Ruth: “Zartbitter” und die feministische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt an Kindern in den 1960er und 1970er Jahren, in: Westfälisch Forschungen 2022, H. 72, S. 347–365.
  • Rush, Florence: The Sexual Abuse of Children: A Feminist Point of View, in: Connell, Noreen / Wilson, Cassandra (Hg.): Rape. The first sourcebook for women, New York 1974, S. 64–75.
  • Rush, Florence: Das bestgehütete Geheimnis: sexueller Kindesmissbrauch, Berlin 1982.
  • Schindler, Jörg, 31.01.2019: „Der Lack ist ab“, in: Frankfurter Rundschau, 17.11.1999, Zugriff am 13.06.2024 unter https://www.fr.de/politik/lack-11620273.html.
    https://www.fr.de/politik/lack-11620273.html
  • Steinbacher, Sybille: Als der Sex nach Deutschland kam. Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik, München 2011.

  • Verein zur Weiterbildung für Frauen e.V. (Hg.): Dokumentation zur Fachtagung „Sexueller Mißbrauch von Mädchen und Frauen. November 1987 in Köln, Köln 1991².
  • Walter, Franz: „In dubio pro libertate“ – Sexualstrafrecht im gesellschaftlichen Wandel, in: Neef, Tobias / Albrecht, Daniel: Sexualität und Herrschaft. Von der Politisierung des Orgasmus, in: Walter, Franz et al. (Hg.): Die Grünen und die Pädosexualität. Eine bundesdeutsche Geschichte, Göttingen 2015, S. 108–135.

Links

  • Institut für Demokratieforschung, 08.12.2013: Die Pädophilie-Debatte bei den Grünen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorläufige Befunde zum Forschungsprojekt https://www.ifdem.de/content/uploads/2013/12/Paedophiliedebatte-Gruene-Zwischenbericht.pdf
  • Buchner, Gabi: Die väterliche „Eifersucht“: Inzest, in: Courage, 7. Jg., 1982, H. 11, S. 29. https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01197&dok=198211&f=198211_029&l=198211_029&c=198211_029
  • Rosenberg, Barbara: Das Schmerzliche aussprechen: sexueller Missbrauch in der Familie, in: Courage, 8. Jg., 1983, H. 7, S. 48–49. https://library.fes.de/cgi-bin/courage.pl?id=07.01313&dok=198307&f=198307_048&l=198307_049
  • o. A.: Das bestgehütete Geheimnis, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 10–21. https://www.emma.de/lesesaal/45191#pages/10
  • Trube-Becker, Elisabeth: Spuren von Gewalteinwirkung, in: EMMA, 1981, H. 12, S. 14. https://www.emma.de/lesesaal/45191#pages/14
  • o. A: Falsche Kinderfreunde, in: EMMA, 1993, H. 5, S. 45–52. https://www.emma.de/lesesaal/45332#pages/47
  • o. A. [Nelson, Sarah]: Das Verbrechen, über das niemand spricht, in: EMMA, 1978, H. 4, S. 20–26. https://www.emma.de/lesesaal/45147#pages/pageId-0042469af66e2eecb914a4885948a81f82a473e
  • Petra: Ich klage an, in: EMMA, 1978, H. 4, S. 21–22. https://www.emma.de/lesesaal/45147#pages/23
  • Schwarzer, Alice: Emanzipierte Pädophilie?, in: EMMA, 1980, H. 4, S. 5. https://www.emma.de/lesesaal/45171#pages/5
  • Amendt, Günter / Schwarzer, Alice: Wie frei macht Pädophilie?, in: EMMA, 1980, H. 4, S. 26‒31. https://www.emma.de/lesesaal/45171#pages/26

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