Start der #ddfprojekte 2026
Jedes Jahr fördert das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ausgewählte Projekte der Mitgliedseinrichtungen des i.d.a.-Dachverbandes, dem Dachverband deutschsprachiger Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen. Ziel ist die Aufbereitung und Digitalisierung der analogen Bestände. Die Projektergebnisse fließen in das DDF ein und sind über den META-Katalog recherchierbar. Auch im Förderjahr 2026 stehen für die Projektförderung erneut Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), die über das DDF vergeben werden, mit einem Gesamtvolumen von knapp einer Million Euro zur Verfügung.
Die Vielfalt feministischer Geschichte zeigt sich auch in diesem Jahr in den aktuell acht geförderten Projekten. Aufbereitet werden neben zentralen Themen und Materialien der Frauen- und Lesbenbewegungsgeschichte aus Ost- und Westdeutschland auch bisher marginalisierte Debatten und Wissensbestände: Was bewegte demnach Akteur*innen der DDR-Lesbenbewegung? Oder wie wurden Themen wie Kolonialrassismus und Eugenik in unterschiedlichen Zeiten der Frauenbewegungen verhandelt? Wie haben sich aber auch Berufsbilder, zum Beispiel das der Dirigentin oder von Frauen im Kunsthandwerk im Laufe der Zeit gewandelt beziehungsweise ausgefüllt?
Mit dem Auftaktworkshop im Februar, in dem die einzelnen DDF-Fachbereiche über zum Beispiel Finanzabwicklung, Rechteklärung und Digitalisierung zum Ablauf der einjährigen Projektförderung informieren und beraten, nehmen die in diesem Jahr geförderten i.d.a.-Einrichtungen die konkrete Projektarbeit auf. Im Rahmen der DDF-Projektförderungen werden Bestände bearbeitet, Rechte geklärt, Objekte digitalisiert, Veranstaltungen und weitere Angebote gestaltet. In der Folge entstehen unter anderem zahlreiche neue spannende Essays, Digitalisate und Blogbeiträge zur feministischen Bewegungsgeschichte, die in den META-Katalog und das DDF eingebunden werden.
Teil der diesjährigen DDF-Projektförderung sind folgende i.d.a.-Einrichtungen und Projekte:
Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel, mit dem Projekt #frauenbewegt in Kassel. Erschließung und Digitalisierung von Sammlungsgut
Archiv Frau und Musik, Frankfurt a. M., mit dem Projekt Taktwechsel: Dirigentinnen im Dialog der Zeiten
Alice Salomon Archiv der Alice Salomon Hochschule, Berlin, mit dem Projekt Zwischen Fürsorge, Emanzipation und Körperpolitik. Eugenisches und kolonialrassistisches Denken in Frauenbewegung und Sozialer Arbeit in den 1890er-bis in die 1960er-Jahre
FrauenMediaTurm, Köln, mit dem Projekt Das verkaufte Geschlecht – der feministische Kampf gegen das System Prostitution
Frauen*stadtArchiv, Dresden, mit dem Projekt Künstlerisch, nicht künstlich! Leben und Werk der „Blümlerin“ Margarete von Liebenau
Louise-Otto-Peters-Gesellschaft, Leipzig, mit dem Projekt Feministische Archivpraxis und Wissenstransfer am Beispiel der archivischen Arbeiten an den Neuen Bahnen im Louise-Otto-Peters-Archiv
MONAliesA – feministische Bibliothek und Archiv, Leipzig, mit dem Projekt Lesbenbewegung in der DDR. Erschließung und Aufarbeitung des Teilbestands SONNTAGS-CLUB im Lila Archiv
Queer*feministisches Archiv & Bibliothek LIESELLE, Bochum, mit dem Projekt Graue Literatur kollaborativ erschließen und aktivieren
