Licht ins Dunkel – Fotografie und Frauenbewegungen: Inszenierung, Aktivismus, Überlieferung
Franki Raffles (1955–1994) fotografierte Arbeits- und Lebenswelten von Frauen und stellte dabei aktivistische Positionen in den Vordergrund. Nach ihrem Tod wurden ihre Fotografien von ihrer Familie verwahrt und konnten 20 Jahre später an ein Archiv übergeben und für Forschung und Kunstwelt erschlossen werden.
Mit Raffles‘ Geschichte als Anknüpfungspunkt diskutieren wir mit vier Expert*innen über die visuelle Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland und rücken Fotografie als Teil feministischer Praxis, Selbstrepräsentation und politischer Strategie in den Fokus. Dabei widmen wir uns der Frage, welche dieser Fotografien sichtbar werden und wie. Welche Bilder kommen ins Archiv oder gar ins Museum? Welche bleiben unsichtbar?
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Frauenbewegungen, Feminismus und Fotografie interessieren und Bilder als politische wie historische Quellen verstehen möchten. Ausgangspunkt sind die umfangreichen Bild- und Fotosammlungen der i.d.a.-Einrichtungen, die die Geschichte der Frauen- und Lesbenbewegungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts visuell dokumentieren.
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv und dem Museum der Arbeit.
Mit:
Tamara Block ist Historikerin und Mitarbeiterin im Projekt „Erschließung und Digitalisierung von Sammlungsgut“ im Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kommunikation im Ersten Weltkrieg und Geschichte der Fotografie.
Sévérine Kpoti ist freiberufliche Fotografin, Konzertveranstalterin und (Sub-) Kulturaktivistin in Freiburg. Seit 2018 dokumentiert sie soziale und gesellschaftliche Strukturen und Subkulturen mit Fokus auf queer_feministische und BIPoC-Themen, Netzwerke und Communitys. In diesem Kontext hat sie mehrere Veranstaltungen mit feministischen Geschichtswerkstätten und Archiven durchgeführt.
Klara Niemann ist Kunsthistorikerin und Kuratorin in Köln. Für ein Forschungsprojekt der Kunstmuseen Nordrhein-Westphalen hat sie sich mit dem Nachlass der Fotografin Angela Neuke (1943–1997) beschäftigt. Ziel war es, den bis dato unerschlossenen Bestand erstmals umfänglich zu sichten und Strategien für die Zugänglichkeit und Vermittlung zu entwickeln.
Nietze ist freiberufliche Fotografin in Leipzig, die sich mit ihren dokumentarischen und künstlerischen Arbeiten gesellschaftlich relevanten Themen widmet, die nicht genug öffentliche Aufmerksamkeit erreichen. Ihr dokumentarisches Langzeitprojekt „Hidden Heroes“ setzt sich für Sichtbarkeit und Aufklärung rund um Endometriose und Adenomyose ein.
Moderation: Luisa Hahn, Museum für Arbeit Hamburg
Mitkonzeption der Veranstaltung:
Dr. Jessica Bock, Historikerin im DDF zum Schwerpunkt der Geschichte der neuen Frauenbewegungen nach 1945 in BRD & DDR bis frühes 21. Jh.;
Dr. Birgit Kiupel, Historikerin im DDF zum Schwerpunkt der ersten Phase der Frauenbewegungen & in der BRD
Das Digitale Deutsche Frauenarchiv ist das Online-Fachportal zur deutschsprachigen feministischen Bewegungsgeschichte. Getragen wird es vom i.d.a.-Dachverband. Über das DDF werden Bestände von über 40 feministischen Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen im deutschsprachigen Raum, wie dem Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel, digitalisiert und kontextualisiert. Mit kuratierten Inhalten und Metadaten ist das DDF eine verlässliche Quelle für interdisziplinäre Forschung sowie für Wissenschafts-, Bildungs- und Medienarbeit.
8. Juni | 18:30–20:00 | Roundtable
Museum der Arbeit | Wiesendamm 3 | 22305 Hamburg
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung zur analogen Teilnahme ist nicht nötig.
Die Veranstaltung wird zudem via Zoom live übertragen.
Zoom-Teilnahme: Anmeldung via E-Mail an Luisa Hahn.
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv und dem Museum der Arbeit.

