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Ein musikalisch bewegtes Leben – der Nachlass von Monika Jaeckel

verfasst von
  • Rean Katja Lanius
veröffentlicht 19. Dezember 2025
In den 1970er-Jahren prägen zahlreiche Musikprojekte den Klang der westdeutschen Frauenbewegung. Mittendrin Monika Jaeckel – Musikerin, Soziologin, langjährige feministische Aktivistin. In einem DDF-Projekt erschließt der Berliner Spinnboden Lesbenarchiv und -bibliothek ihren privaten und musikalischen Nachlass.
Schlagworte
  • Frauenbewegung
  • Lesbenbewegung
  • Musik

Anfang 2020 übernimmt der Spinnboden einen Teil des Nachlasses von Monika Jaeckel (1949–2009). Die andere Hälfte geht zeitgleich an das feministische Archiv FFBIZ. Mitarbeitende beider Berliner Archive reisen dafür gemeinsam in die Niederlande, um den Nachlass von Jaeckels Witwe Marieke van Geldermalsen entgegenzunehmen. Die beiden Frauen leben und arbeiten dort gemeinsam, bis Monika Jaeckel 2009 an einer Krebserkrankung verstirbt. Jaeckels bewegte Biografie umfasst eine Vielzahl an politischen Aktivitäten und Stationen. Als Sängerin und Texterin unter anderem der ersten Frauenrockband Deutschlands, den Flying Lesbians, verarbeitete Monika Jaeckel immer wieder musikalisch ihr politisches Leben.

Materialien aus dem Nachlass von Monika Jaeckel im Spinnboden
Foto: Rean Katja Lanius, Spinnboden
Lizenz
CC BY-SA 4.0
Rechteangabe
  • Foto: Rean Katja Lanius, Spinnboden
  • CC BY-SA 4.0
Auswahl an Objekten aus dem Nachlass von Monika Jaeckel. (Plattencover: Monika Jaeckel und Barbara Bauermeister)

Archivarische Herausforderungen zwischen materieller und biografischer Vielfalt

Monika Jaeckels beruflicher Nachlass mit einem Schwerpunkt auf ihrer Rolle in der westdeutschen Mütterzentrumsbewegung der 1980er-Jahre wurde bereits 2023 vom FFBIZ bearbeitet. Die 27 Archivkartons des Spinnbodens konzentrieren sich auf Jaeckels Privatleben und ihre musikalischen Aktivitäten. Ihr vielseitiger Inhalt stellt das Projekt vor einige archivarische Herausforderungen. Das Material reicht von diversem Schriftgut über Fotoabzüge und Negative, Schallplatten, VHS- und Musik-Kassetten, bis hin zu Kunst-Objekten und organischem Material. Dazu kommt ein winziger USB-Stick, auf dem sich jedoch ein weiteres umfangreiches Digitalarchiv verbirgt.

Ähnlich wie im FFBIZ findet sich auch in diesem Teil von Jaeckels Hinterlassenschaft teilweise loses, nicht zusammenhängendes bzw. nicht eindeutig nachvollziehbar beschriftetes Material. Auf Grund der langen Reise, die der Nachlass hinter sich hat, kann auch nicht in jedem Fall genau festgestellt werden, welche Sortierung der Objekte noch der ursprünglichen durch Monika Jaeckel entspricht und inwiefern durch Lagerung, Transport und Umbettung im Archiv bereits Änderungen daran entstanden sind. Entsprechend erfolgt bei der Bearbeitung durch den Spinnboden immer wieder eine sorgfältige Abwägung zwischen möglichst geringem Eingreifen in den Bestand, einer strukturierten Zugänglichmachung des Materials und bestandserhaltenden Maßnahmen.

Eine Biografie als feministische Musikgeschichte

Monika Jaeckel hielt ihre Erlebnisse und Gedanken im Laufe ihres Lebens in verschiedensten Medienformaten fest und hinterließ damit eine beachtliche Sammlung an biografischen und teils bewegungshistorischen Dokumenten. Darunter finden sich hunderte von Bildern, zahlreiche Korrespondenzen sowie über vierzig gefüllte Notizbücher zu diversen Themen, die Jaeckel beschäftigten. Dazu kommen etliche Geschenke und Karten zur Hochzeit, zu Geburtstagen sowie zum Abschied und Tod von Monika Jaeckel, die viel darüber erzählen, wie Jaeckel Gemeinschaft und Beziehungen pflegte. Musik spielte darin immer eine große Rolle.

Das DDF-Projekt des Spinnbodens ist am 1. Januar 2025 gestartet und hat eine Laufzeit von 12 Monaten. Für die Digitalisierung fokussiert sich der Spinnboden entsprechend auf den audiovisuellen Nachlass Jaeckels. Neben Tonaufnahmen von ihren Musikprojekten und Konzerten sowie Liebesliedern an ihre Frau finden sich darunter auch einige Originale von Jaeckels Studioaufnahmen. Neben ihren Projekten Witch is Witch und Evergreen & Blue liegt im Spinnboden nun auch eine Originalspur der Flying Lesbians LP von 1975 vor. Auf die Flying Lesbians und die musikalische Seite feministischer Bewegungsgeschichte konzentrieren sich auch das Essay sowie die Podcastfolge Queerfeministische Musikkultur in Kooperation mit dem feministories-Podcast des FFBIZ, die zum Abschluss des DDF-Projekts entstehen – für mehr lesbisch-feministische Musikgeschichte im DDF.

Der Spinnboden wurde 1973 durch das Lesbische Aktionszentrum (LAZ) im damaligen West-Berlin gegründet. Er beherbergt Materialien von den subkulturellen Äußerungen um 1900 über die politischen Aktivitäten in den 1970er Jahren bis hin zu aktuellen lesbischen, queeren und feministischen Kämpfen. Außerdem ist der Spinnboden das älteste und größte Lesbenarchiv der Welt neben dem Archiv Herstory in New York.

Ausgewählte Beiträge vom Spinnboden im DDF:

  • Monika Jaeckel
  • Lesbisches Aktionszentrum Westberlin (LAZ)
  • Die Lesbenpresse
Stand: 19. Dezember 2025
Lizenz (Text)
CC BY-SA 4.0
Verfasst von
Rean Katja Lanius

Projektmitarbeiter*in im DDF-Erschließungsprojekt Monika Jaeckels privat-musikalischer Nachlass im Spinnboden Lesbenarchiv und -bibliothek. Rean Katja Lanius studierte Literatur- und Filmwissenschaft und absolviert derzeit einen M.A. in Kultur- und Medienmanagement an der Freien Universität Berlin. 

Empfohlene Zitierweise
Lanius, Rean Katja (2025): Ein musikalisch bewegtes Leben – der Nachlass von Monika Jaeckel, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/ein-musikalisch-bewegtes-leben-der-nachlass-von-monika-jaeckel
Zuletzt besucht am: 22.01.2026
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Rechteangabe
  • Lanius, Rean Katja
  • Digitales Deutsches Frauenarchiv
  • CC BY-SA 4.0
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