Startseite
  • Suche
  • Leichte Sprache
Hauptnavigation ein-/ausklappen
  • Themen
  • Akteurinnen
  • Blog
  • Angebote
  • Über Uns
Hauptnavigation ein-/ausklappen

Back to the 70s – die autonome FrauenLesbenBewegung in Kassel

verfasst von
  • Barbara Günther
veröffentlicht 24. Juli 2025
Hat der Zettelkasten im Lesesaal bald ausgedient? Das analoge Suchsystem zur autonomen Kasseler FrauenLesbenbewegung zu digitalisieren, ist zentraler Teil des diesjährigen DDF-Projekts des Archivs der deutschen Frauenbewegung. Zudem werden frauenbewegte historische Quellen zum Beispiel zu Frauen in der Landwirtschaft und Gymnastik in den 50er-Jahren erschlossen und digitalisiert.

Schlagworte

  • Autonome Projekte
  • Frauenbewegung
  • Lesbenbewegung
  • Erwerbstätigkeit
  • Frauenberuf
  • Frauengeschichte

Bis heute steht ein Schatz aus ,alten Zeiten‘ im Lesesaal des Archivs der deutschen Frauenbewegung (AddF) in Kassel: Ein hölzerner Karteikasten mit über 14.000 Karteikarten zur Sammlung Autonome Kasseler FrauenLesbenBewegung (1976–1992). Die Karten sind nach vielen Schlagworten – zum Beispiel Abtreibung, Frauenräume, feministische Aktions- und Feiertage, weibliche Identität – sortiert. Auch ein Zugang über die zahlreichen Gruppen und Vereine, die es in Kassel gab oder noch gibt, wie zum Beispiel das Frauenhaus Kassel oder die Frauenkunstgruppe, ist möglich.

Karteischrank im AddF
Quelle
AddF - Archiv der deutschen Frauenbewegung
Lizenz
Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Arbeit am Karteikasten im Lesesaal des AddF

Da viele Quellen oft mehreren Schlagworten zugeordnet sind, wurden die einzelnen Karten vervielfältigt, manche bis zu fünfmal. Den Nutzer*innen steht somit seit den frühen 1990er-Jahren ein komplexes analoges Suchsystem zur Verfügung, mit dem sie gezielt recherchieren können – allerdings nur vor Ort und händisch. Damit ist bald Schluss! Mit der Erschließung der Sammlung in die Datenbank des AddF und der Ausspielung in den META-Katalog wird es zukünftig möglich sein, völlig ortsunabhängig online zu recherchieren. Den Zettelkasten wird es als archivische Quelle aber weiterhin geben, nur dass er dann nicht mehr frei zugänglich im Lesesaal steht. Er wird aus konservatorischen Gründen in säurefreie Archivboxen verpackt, in der Datenbank erschlossen, ins Magazin verbracht und kann Nutzer*innen auf Anfrage als Quelle bereitgestellt werden.

Ein reicher Quellenfundus

Protokolle verschiedener Gruppen, Erinnerungsberichte, Transkripte von Interviews, Flugblätter, Presseausschnitte, Plakate, audiovisuelle Materialien, Fotos und vieles mehr geben Einblicke in die Geschichte der Kasseler FrauenLesbenBewegung. Seit 1992 sind zudem zahlreiche weitere Unterlagen eingetroffen. Diese Nachlieferungen werden nun ebenfalls im Projekt sortiert, bewertet und erschlossen. 

Auch werden weitere Materialien und Erinnerungen in Form von Zeitzeug*innenberichten gesammelt. Mit der Veranstaltung Back to the 70s im Mai 2025 – in Kooperation mit der vhs Region Kassel – wurde dafür ein Grundstein gelegt und erste Interviewpartner*innen sind gefunden. Eine weitere Veranstaltung ist für den 4. November 2025 geplant.

Frauen in der Landwirtschaft, Gymnastik in den 50er-Jahren, Dienstmädchen

Neben der Sammlung zur Kasseler FrauenLesbenBewegung werden im Projekt noch weitere Bestände erschlossen und über den META-Katalog zugänglich gemacht. Etwa eine umfangreiche Zeitschriftenausschnittsammlung zu Frauenleben, -alltag und -bewegung für die Zeit von 1863 bis in die 1990er-Jahre. Die aus privater Hand stammende Sammlung ist in über 100 verschiedene Themenmappen gegliedert – darunter Frauen in der Landwirtschaft, Frauen im Beruf oder Ehe- und Familienleben. Zusätzlich werden visuelle Materialien aus dem Bestand der Gymnastikschule Schwarzerden aus den 1950er- bis in die 1970er-Jahre erschlossen und digitalisiert ebenso wie ausgewählte Akten unter anderem zum Thema Dienstmädchen aus dem Bestand des Deutschen Evangelischen Frauenbundes. 

Das Archiv der deutschen Frauenbewegung wurde 1983 in Kassel gegründet. Es betreibt ein Forschungsinstitut und Dokumentationszentrum zu Frauenbewegung und Frauengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Neben einer Spezialbibliothek unterhält das AddF ein umfangreiches Archiv, in dem Bestände von Frauenvereinen und -organisationen sowie Nachlässe gesammelt werden.

Das DDF-Projekt vom AddF ist am 1. Januar 2025 gestartet und hat eine Laufzeit von 12 Monaten. Dabei werden Essays verfasst und ausgewählte Materialien digitalisiert wie zum Thema Dienstmädchen aus dem Bestand des Deutschen Evangelischen Frauenbundes. Außerdem sollen die Quellen zur autonomen FrauenLesbenBewegung in Kassel und der Region Nordhessen im META-Katalog sichtbar gemacht werden – als Teil der bundesweiten Bewegung, die ab den 1970er-Jahren nicht nur in Großstädten wie Berlin oder Frankfurt am Main entstand. 

Ausgewählte Beiträge vom AddF im DDF:

  • Gymnastikschule Schwarzerden
  • Mitbegründerin der Schule Schwarzerden, Elisabeth Vogler
  • Damen im Beet. Die Etablierung des Gärtnerinnenberufs um 1900
     
Stand: 24. Juli 2025
Lizenz (Text)
CC BY-SA 4.0
Verfasst von
Barbara Günther

M.A. Historikerin, Mitarbeiterin im AddF im Bereich Archiv und Leitung des DDF Projekts

Empfohlene Zitierweise

Günther, Barbara (2025): Back to the 70s – die autonome FrauenLesbenBewegung in Kassel, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv
URL: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/back-70s-die-autonome-frauenlesbenbewegung-kassel
Zuletzt besucht am: 07.08.2026
Lizenz: CC BY-SA 4.0
Rechteangabe
  • Günther, Barbara
  • Digitales Deutsches Frauenarchiv
  • CC BY-SA 4.0
Immer informiert mit dem DDF-Newsletter!
Jetzt abonnieren

Teilen auf

  • Inhalt auf X (Twitter) teilen
  • Inhalt auf Facebook teilen

Verwandte Themen

BücherFrau 2026

Das DDF wird ausgezeichnet

2026 geht die Auszeichnung BücherFrau des Jahres an das Digitale Deutsche Frauenarchiv. Gewürdigt wird unsere Arbeit als digitale Infrastruktur feministischer Erinnerungsarbeit und ihr Beitrag zu Recherche und einer vielfältigen Publikationskultur.
Licht ins Dunkel

Licht ins Dunkel – Fotografie und Frauenbewegungen: Inszenierung, Aktivismus, Überlieferung

Welche Rolle spielt Fotografie in feministischen Bewegungen und welche Bilder bleiben unsichtbar? Ausgehend von Franki Raffles diskutieren Expert*innen beim Roundtable „Licht ins Dunkel: Fotografie und Frauenbewegungen“ über Fotografie als Aktivismus, Selbstrepräsentation und politische Strategie. Die Veranstaltung findet am Montag, 08.06., von 18:30–20:00 Uhr im Museum der Arbeit Hamburg statt und wird via Zoom übertragen.
11. Mai Tag der Frauenarchive Teaserbild

Zum 11. Mai feministische Archive entdecken

Am 11. Mai jährt sich zum 39. Mal der Tag der Frauenarchive: Das haben die i.d.a.-Einrichtungen zum Anlass genommen, in ihre Bestände zu schauen und dabei spannende Objekte gefunden, die bis heute hochaktuell sind. Zahlreiche Aktionen laden zudem dazu ein, feministische Archive vor Ort kennenzulernen.
Sabine Balke Estremadoyro

Sabine Balke Estremadoyro – ihr Wirken bleibt

Sabine Balke Estremadoyro (1960–2026) hat feministische Erinnerungsarbeit über Jahrzehnte geprägt. Als langjährige Leiterin des Berliner Spinnbodens, Mitinitiatorin des META-Katalogs und Geschäftsführerin des Digitalen Deutschen Frauenarchivs schuf sie Strukturen, die feministisches Wissen langfristig zugänglich machen. Im März 2026 ist sie nach schwerer Krankheit verstorben. Der Nachruf versammelt Erinnerungen von Wegbegleiter*innen, Kolleg*innen und Verbündeten.
teaser_anti-akw-bewegung_ffbiz_rechte_vorbehalten.jpg

Als Tschernobyl Mütter politisierte

Verfasst von
Dr. Jessica Bock
Am 26. April jährt sich zum 40. Mal die Katastrophe des ukrainischen Kernkraftwerks Tschernobyl. Der verheerendste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie verlieh der feministischen Anti-AKW-Bewegung einen neuen Aufschwung, der vor allem Mütter mobilisierte.
Sabine Balke Estremadoyro

Wir trauern um Sabine Balke Estremadoyro

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserer Geschäftsführerin Sabine Balke Estremadoyro. Sie ist im März nach schwerer Krankheit verstorben.
  • Logo IDA Dachverband
  • Gefördert von: Logo Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    • Red Dot Design Award 2019
    • iF Design Award 2019
Startseite
© 2026 Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist ein interaktives Fachportal zur Geschichte der Frauenbewegungen in Deutschland.
  • Kontakt & Impressum
  • Presse
  • Datenschutzerklärung
  • Nutzungsbedingungen
  • Barrierefreiheit

Folgen Sie uns

  • X
  • Facebook
  • Instagram
  • RSS-Feed