Käte Frankenthal: „Der dreifache Fluch: Jüdin, Intellektuelle, Sozialistin.“ (1981)

Käte Frankenthal gehört zu den bekanntesten Gegnerinnen des § 218 in der Weimarer Republik. Sie verließ NS-Deutschland und ging in die USA, wo sie ihre Erfahrungen als jüdische Ärztin und sozialdemokratische Politikerin niederschrieb.
Cover: Käte Frankenthal, Der dreifache Fluch: Jüdin, Intellektuelle, Sozialistin
Bildnachweis
picture alliance / ullstein bild - ullstein bild
Schließen

Bereits Anfang 1940 hielt die Ärztin Käte Frankenthal (1889–1976) im Exil ihre Lebenserinnerungen fest, die posthum 1981 unter dem Titel Der dreifache Fluch: Jüdin, Intellektuelle, Sozialistin. Lebenserinnerungen einer Ärztin in Deutschland und im Exil, im Campus Verlag herausgegeben von Kathleen M. Pearle und Stephan Leibfried, auch in der Bundesrepublik erschien. Darin erzählt sie ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben, in dem für Kinder, Küche und Ehe kein Platz war. Ausführlich schildert sie die Revolution 1918/19 und ihre Tätigkeit als Ärztin im Berlin der 1920er Jahre. Während dieser Zeit engagierte sie sich für die Abschaffung des § 218 sowie einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln und führte in ihrer Praxis Ehe- und Sexualberatungen durch. Zugleich versuchte Frankenthal als Abgeordnete der SPD die soziale und gesundheitspolitische Situation von Frauen zu verbessern. Die Machtergreifung durch das NS-Regime zwang Käte Frankenthal ins Exil. Die Stationen ihrer Flucht und ihr Neuanfang in den USA bilden den Abschluss ihrer Memoiren.

Die Lebenserinnerungen von Käte Frankenthal stehen in einer Reihe mit weiteren wichtigen Erinnerungswerken des 20. Jahrhunderts wie zum Beispiel dem Tagebuch der Kinderärztin Hertha Nathorff (1895–1993). 

Käte Frankenthal wurde am 30. Januar 1889 in Kiel geboren. Ihr Vater war dortiger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Nach ihrem Abitur nahm sie an der Universität Kiel ihr Medizinstudium auf, das sie mit einer Promotion abschloss. Von 1918 bis 1928 arbeitete sie in Berlin als Ärztin. Zusätzlich betrieb sie eine eigene Praxis für Ehe- und Sexualberatung. Bereits Ende März 1933 verließ sie Deutschland und floh über Prag, Zürich und Paris in die USA, wo sie 1936 ankam und später eine eigene psychoanalytische Praxis eröffnete. Käte Frankenthal starb am 21. April 1976 in New York.

Käte Frankenthal: Der dreifache Fluch: Jüdin, Intellektuelle, Sozialistin. Lebenserinnerungen einer Ärztin in Deutschland und im Exil, Frankfurt a.M./New York 1981.

Stand: 17. Mai 2021
Lizenz (Text)