Plakat An alle Frauen und Männer !!! Großdemo jetzt reichts

150 Jahre sind genug. Plädoyer für einen Abschied vom § 218

Erst fünf Jahre nach der Deutschen Einheit trat im gesamten Bundesgebiet eine einheitliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch in Kraft – und gilt noch immer. Dr. Gisela Notz blickt auf die feministische Pro-Choice-Bewegung, von den 1990er Jahren bis zu aktuellen Ereignissen.
FFBIZ § 218

Kreativ gegen Fanatismus

Sogenannte Schweigemärsche werden von zumeist christlich fundamentalistischen Gruppierungen als Kritik an einer gelebten Emanzipation inszeniert. Wie kreativer und vor allem lauter Gegenprotest aussehen kann, zeigt dieses Demo-Aktionskit vom „What the Fuck?“-Bündnis aus dem FFBIZ.
MONALiesA218

Noch immer stark umkämpft

Die feministische Bibliothek MONALiesA gibt Einblick in ihre Bestände – sie dokumentiert die Geschichte ostdeutscher Frauenbewegung bis hin zu aktuellen Aktionen der sächsischen Pro-Choice-Bewegung.
Stern-Cover 6. Juni 1971

Der Schwangerschafts­abbruch in der BRD

Nach der NS-Zeit wurde der § 218 in der BRD nicht abgeschafft oder neu angepasst. Erst feministische Aktionen wie die Kampagne „Wir haben abgetrieben!“ im Stern vom 6. Juni 1971 gaben Anstoß zu Reformen.
Gynäkologie

„Mit der Pille war der Kapitalismus sehr schnell da“

Aufgewachsen und sozialisiert in der DDR betreibt sie seit 1996 eine gynäkologische Praxis in ihrer Herkunftsstadt. Wie erlebte sie den Systemwechsel im Ausbildungs- und Arbeitsalltag? Persönliche Einblicke aus der Perspektive einer ostdeutschen Gynäkologin.
Logo Si Je Veux!

Si je veux! – Für die Selbstbestimmung von Frauen

Als im Januar 2010 die ersten Entwürfe für eine Reform des Schwangerschaftsabbruchs an die Öffentlichkeit kommen, mobilisieren sich Luxemburger Feministinnen und knüpfen damit an die Kämpfe der 1970er Jahre an.
Seifenlösung

Die Abtreibungspraxis im Deutschen Kaiserreich

Im Deutschen Kaiserreich galt der Schwangerschaftsabbruch als „Verbrechen wider das Leben“. Über den Zusammenhang zwischen Abtreibung, Bevölkerungspolitik und Medikalisierung der Geburtenkontrolle reflektiert die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Anna Bergmann.
Plakat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Käthe Kollwitz (1867-1945)

Zeit der Gegensätze

Der § 218 konnte auch in der Weimarer Republik das ungeborene Leben nicht schützen, gefährdete das schwangerer Frauen jedoch in dramatischer Weise. Dabei stand das Abtreibungsverbot im Widerspruch zur neuen gesellschaftlichen Position der Frauen.
Filmankündigung Cyankali, Berlin 1930

Unter dem Druck der Öffentlichkeit

Der § 218 rückte in den 1920er Jahren in das Zentrum medialer und politischer Debatten. Dr. Kristine von Soden beleuchtet Hintergründe, Akteurinnen und Folgen der breit geführten Diskussionen.
Demonstration 1972

Autonom und feministisch gegen den § 144

STICHWORT ist das autonome Archiv der Frauen- und Lesbenbewegung in Österreich. Margit Hauser leitet das Archiv und gibt Einblick in die umfangreiche Sammlung zum Themenfeld Frauenbewegung und § 144 in Österreich.
Cover Die Frau von Helene Lange

Debatten abbilden

Das Helene-Lange-Archiv gibt Einblick in seine Bestände und zeigt dabei zentrale Diskussionslinien zum § 218 innerhalb der Frauenbewegung auf.
1. Seite der Mitteilungen des Österreichischen Bundes für Mutterschutz, 1911

Der § 144 und die Frauenbewegung in Österreich

In Österreich wirkten bis 1974 Bestimmungen aus dem 18. Jahrhundert fort und kriminalisierten abtreibende Frauen. Die Historikerin Dr. Maria Mesner über Geschichte und Debatten um den Schwangerschaftsabbruch in Österreich.
Flugblatt "§ 218 muß weg!"

„Wir wollten keine Reformen“

Rita Kronauer sammelt im feministischen Archiv ausZeiten nicht nur Bochumer Frauengeschichte, sie hat diese seit den 1970er Jahren auch aktiv miterlebt und -gestaltet. Im DDF-Interview berichtet sie von Themen und Aktionen autonomer Frauengruppen gegen und um den § 218.
Adele Schreiber

Flucht und Zerstörung

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten bedeutete für die Frauen- und Sexualreformbewegung ein jähes Ende. Zahlreiche Frauen mussten ins Exil fliehen, viele wurden verfolgt, inhaftiert und ermordet.
Cover Das Recht zur Beseitigung keimenden Lebens von Gisela von Streitberg

Die erste Streitschrift

Unter dem Pseudonym Gräfin Gisela von Streitberg veröffentlicht Gertrud Gräfin Bülow von Dennewitz 1904 die erste feministische Streitschrift zur Abschaffung des § 218.
Berlin, 4. Tagung der Volkskammer

Schwangerschafts­abbruch in der SBZ/DDR

Die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in der DDR ist gekennzeichnet von abwechselnden Phasen zwischen Liberalisierung und Restriktion. Während vor allem die Legalisierung der Abtreibung 1971 das Bild auf die DDR prägt, ist die Zeit der 1950er und 60er Jahre kaum bekannt.
Cover: Else Kienle, Frauen : Aus dem Tagebuch einer Ärztin

Else Kienle: Frauen. aus dem Tagebuch einer Ärztin

Die Ärztin Else Kienle zählt zu den kämpferischen Ärztinnen der Weimarer Republik, die sich für eine Reform des § 218 einsetzten. Sie wurde inhaftiert und schrieb im Gefängnis das Manuskript zu ihrem Buch Frauen. Aus dem Tagebuch einer Ärztin.
Sowjetische Zwangsarbeiterinnen

Abtreibungen an Zwangs­arbeiter­innen im National­sozialismus

Zwangsabtreibungen bei NS-Zwangsarbeiterinnen gehören zu den dunkelsten und kaum bekannten Kapiteln der Geschichte des § 218 in Deutschland. Der Historiker Marcel Brüntrup im DDF-Interview über die NS-Geburtenkontrolle bei Zwangsarbeiterinnen und ihren Handlungsmöglichkeiten.
Minna Cauer

Von Freigabe bis Bestrafung

Der § 218 war in der Frauenbewegung des frühen 20. Jahrhunderts kein zentrales, aber dennoch sehr kontrovers diskutiertes Thema. Die ausgewählten Zitatbeispiele lassen die vielfältigen Positionen und Argumente erkennen.
Porträt Inge Lange

Die Fristenlösung in der DDR: Inge Lange

Inge Lange war eine der wenigen Frauen im Machtzirkel der DDR. Als Leiterin der Abteilung Frauen des Zentralkomitees der SED war sie für Koordinierung und Umsetzung der Frauenpolitik verantwortlich. 1971 war sie wesentlich an der Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in der DDR beteiligt.
Camilla Jellinek

Camilla Jellinek

Camilla Jellinek trat für das Selbstbestimmungsrecht der Frau und für die Abschaffung des § 218 StGB ein – im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. ‚Camilla Rechtschutz‘, so ihr Spitzname, war Mitglied der Rechtskommission des Bundes Deutscher Frauenvereine und positionierte sich auch hier entschieden.
Nationale Demonstration zum 8. März 1978, Fribourg

§ 218 in der Schweiz

In der Schweiz ist das Thema Schwangerschaftsabbruch in den letzten Jahrzehnten unter dem Begriff der Fristenregelung bekannt. Ein Überblick mit Fundstücken zur Schweizer Geschichte des Schwangerschaftsabbruch von Sibylle Dorn.
Anne Sexton

Vertontes Tabu

In ihrer Komposition At all, at all… verwendet Vivienne Olive 1971 Zitate aus einem Abtreibungsgedicht der US-amerikanischen Dichterin Anne Sexton (1926–1974).
Protokoll Generalversammlung des Bundes Deutscher Frauenvereine in Breslau Juli 1908, AddF NL-K-08 ; 18-5/12

Eine tiefliegende Misogynie

Das Archiv der deutschen Frauenbewegung gibt Einblick in sein Bestände und zeigt dabei Diskriminierungsmuster in der Debatte um den Schwangerschaftsabbruch auf.
Sarah Diehl

Aktivismus in der Grauzone

Als Gründerin des Netzwerkes Ciosia Basia unterstützt sie dabei, polnische Frauen den Schwangerschaftsabbruch in Deutschland zu ermöglichen. Die Autorin, Dokumentarfilmerin und Aktivistin Sarah Diehl im DDF-Interview.
Blick in den Verhütungsraum

Warum Verhütung wichtig ist

Seit nunmehr 15 Jahren dokumentiert und vermittelt das Wiener Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch den Kampf um die selbstbestimmte Reproduktion und Verhütung. Einblick in die Sammlungs- und Forschungsarbeit gibt der Gründer Dr. Christian Fiala im DDF-Interview.
Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung: Aktionstag, 15. Mai 2021

„Lasst euch nicht aufspalten“

Vor zehn Jahren gründete sich das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung und ist heute eine der bekanntesten feministischen Initiativen gegen den § 218. Mitbegründerin Dr. Ines Scheibe spricht im DDF-Interview über die Bündnisgeschichte und Forderungen der diesjährigen Kampagne.
Bericht über das Jahrespraktikum im Staatlichen Gesundheitsamt Neuwied vom Marie P., 1943

Fürsorgepraxis 1933 bis 1945

Ein Jahr nach Machtergreifung der Nationalsozialisten trat 1934 das rassenhygienische ‚Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses‘ in Kraft. Materialien des Alice Salomon Archivs geben Einblicke, wie dieses in die Praxis der Fürsorgearbeit umgesetzt wurde.
Hexengeflüster 2, 1977

Feministische Ratgeber zur Selbsthilfe

Anfang der 1970er Jahre begannen Feministinnen, eigene Frauengesundheitsratgeber herauszubringen. Damit wollten sie die Deutungshoheit über ihren eigenen Körper zurückgewinnen und das Wissen über Menstruation, Verhütung und Schwangerschaft weitertradieren.
Plakat zum Film Kreuzzug des Weibes, 1926

Eine Zäsur im Film

Das Weimarer Kino ist politisch, uneinheitlich – und der breiten Öffentlichkeit in seiner Vielfalt noch unbekannt. Vor allem der Film „Kreuzzug des Weibes“ greift in besonderer Weise die Debatten um den § 218 auf, berichtet Prof. Dr. Ursula von Keitz im DDF-Interview.
Käthe Frankenthal

Von bürgerlich bis sozialistisch

Die Akteurinnen der alten Frauenbewegung waren sich in der Debatte um den § 218 und die Geburtenpolitik in der Weimarer Republik nicht immer einig. Die ausgewählten Zitate lassen einen Ausschnitt der vielfältigen Positionen innerhalb der Bewegung erkennen.
Für die Selbstbestimmung der Frau - Gegen § 218 : Paragraph Zweihundertachtzehn [§218-] Bus-Autokorso über die Bremer Wochenmärkte

Die Aktion 218 Bremen

Auch in Bremen wurde seit den 1970er Jahren stark gegen den § 218 mobilisiert. Ein Teilvorlass von Romina Schmitter, Mitbegründerin der feministischen Gruppe Aktion 218 Bremen, ermöglicht den Blick auf diesen wichtigen Teil Bremer Stadtgeschichte.
Schriften des Bundes Deutscher Frauenvereine, Heft 5

Das Recht auf Mitbestimmung

Der Bund Deutscher Frauenvereine (BDF) wurde 1894 als Dachorganisation der deutschen Frauenbewegung gegründet und erarbeitete eigene Positionen zum § 218. Die Historikerin Prof. Dr. Angelika Schaser skizziert die intensiven Rechtsdebatten.
Charlotte Worgitzky, 1988

Literarischer Tabubruch

1982 erschien in der DDR der Roman Meine ungeborenen Kinder von Charlotte Worgitzky und sorgte wegen seiner teils drastischen Schilderungen über Abtreibung für heftige Diskussionen in Ost – und West.
Der lange Arm der Kaiserin_Filmstill

Mit dem Tabu brechen

Mit ihrem Film „Der lange Arm der Kaiserin“ (2012) schuf die Regisseurin Susanne Riegler ein wichtiges Zeitdokument zur Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs in Österreich. Ein Interview über gesellschaftliche Scham und persönliche Verantwortung.
Kristina Hänel

Für die Grundrechte der Frauen

Nach 1990 bleibt das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ein zentrales Thema der Frauen*bewegungen – und eint die pluralen Gruppen im Kampf gegen patriarchale Körper- und Geschlechterpolitiken.
Dr. Anne-Marie Durand-Wever

Mutige Ärztin: Dr. Anne-Marie Durand-Wever

Dr. Anne-Marie Durand-Wever engagierte sich als Ärztin während der Weimarer Republik in der Sexualreformbewegung und forderte die Streichung des § 218. Sie war Mitbegründerin von pro familia und veröffentlichte zahlreiche Artikel zu Sexualitäts- und Ehefragen.
Aktion 218 Dortmund, Autokorso am 22. Oktober 1975

Die Aktion 218 Dortmund

1971 gründete sich in Dortmund die Aktion 218, die mit Unterschriften und Aktionen gegen den § 218 kämpfte. Später ging aus ihr die Frauenaktion Dortmund hervor, die sich weiterhin für einen legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzte und neue Projekte wie das Frauenzentrum und das Frauenhaus initiierte.
Hintergrund
Helene Stöcker

Helene Stöcker

„Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, auch denen zu helfen, die durch das Übel der Schwangerschafts­unterbrechung ein noch größeres Übel – nämlich das der Zerstörung von Gesundheit und Lebensglück der schon Lebenden – vermeiden wollen.“
Ovosiston in der Ausstellung des DHM Berlin

Die ‚Wunschkindpille‘

Dr. Annette Leo
1965 stellte der VEB Jenapharm das neue Verhütungsmittel ‚Ovosiston‘ auf der Leipziger Messe vor. In Abgrenzung von der westlichen ‚Antibaby-Pille‘ wurde das Präparat als ‚Wunschkindpille‘ propagiert, das den Frauen die Chance eröffnen sollte, Berufstätigkeit und Mutterschaft miteinander zu vereinbaren.